Im Hinblick auf die Hygiene in Zahnarztpraxen können wir uns entspannen, denn Keime haben es dort sehr schwer.

Ein frischer Hauch von Desinfektionsmittel liegt in der Luft. Türen, Böden, Möbel und Zahnarztstühle strahlen nur so vor Sauberkeit. Vom Zahnarzt wird man per Handschlag mit frisch desinfizierten Händen begrüßt, bevor er diese in sterile Einweghandschuhe hüllt. Am Behandlungsstuhl wurden vom Praxisteam bereits sterile Instrumente bereitgelegt, die nach jeder Behandlung ausgetauscht werden. Im Behandlungszimmer warten ein neuer Einwegbecher zum Ausspülen sowie eine frische Einwegserviette auf uns, die unsere Kleidung vor Wasserspritzern schützt. Und bevor die Behandlung beginnt, streift sich das Praxisteam noch schnell einen Einwegmundschutz um.

„Deutsche Zahnärzte verfügen heute über einen Hygienestandard, der sich im Laufe meines Berufslebens kontinuierlich verbessert hat und heute als vorbildlich gelten kann“, so Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke.

Einwegmaterialien: Einfach sicher

Einwegartikel wie Handschuhe, Mundschutz oder Patientenserviette sind aus der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken und erhöhen die Sicherheit der Patienten und des Praxisteams erheblich. Aufwendige Reinigungsverfahren, die menschlichen Fehlern unterliegen und oft keine völlige Keimfreiheit garantieren können, werden damit einfach umgangen. Kein Wunder also, dass versucht wird, das Prinzip der Einwegnutzung auch auf andere Materialien auszuweiten, die potenziell mit Keimen belastet sein können.

Aktuellstes Beispiel sind wiederverwendbare Serviettenketten aus Metall oder Plastik, an denen die Einwegservietten befestigt werden. Wenn uns diese um den Hals gelegt werden, können sie sich in den Haaren verfangen und in direkten Kontakt mit unserer Haut kommen. Es sammeln sich Schweiß, Make-up sowie Hautreste in den Ritzen an – eine unappetitliche Vorstellung, wenn man bedenkt, dass dies auch schon bei den Patienten vor uns der Fall war. So ist es wenig verwunderlich, dass die Universität Witten/Herdecke im Rahmen einer Studie auf 70 Prozent der untersuchten Serviettenketten Keime nachweisen konnte – obwohl sie bereits gereinigt wurden. Prinzipiell besteht hier also das Risiko einer Kreuzkontamination.

Doch glücklicherweise bietet sich Zahnärzten auch hier bereits eine hygienische Alternative zu den „Keim-Ketten“ an: Einwegserviettenhalter, die zusammen mit der Serviette nach der Behandlung einfach entsorgt werden.

Gut zu wissen also, dass die Hygiene in Zahnarztpraxen ständig auf dem Prüfstand steht und von Zahnärzten kontinuierlich optimiert wird. Auch wenn es Angenehmeres gibt als Zahnarztbesuche, so kann man die Praxis zumindest mit dem guten Gefühl betreten: Keime haben hier keine Chance.