Wenn der Körper unzureichend das Enzym Lactase produziert, um den Milchzucker zu spalten, leidet die betroffene Person unter einer Laktoseintoleranz.

Ich hatte nicht immer eine Laktoseintoleranz. Als Kind hatte ich zwar ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Milch, aber ich hatte damals nicht die Beschwerden, die sich in den letzten zehn Jahren bei mir entwickelt haben.

Alles fing damit an, dass mir nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten schlecht wurde. Irgendwann hatte ich mich dann auf Biojoghurt eingeschränkt, denn diesen vertrug ich noch. Im Bioladen äußerte dann eine Verkäuferin den Verdacht, dass ich vielleicht eine Laktoseintoleranz haben könnte. Ich wies das weit von mir, so was hatte ich nicht! Meine Mutter hatte gerade die Diagnose Zöliakie bekommen, sodass ich wusste, wie schwierig eine Ernährungsumstellung war.

Die erste Zeit nach der Diagnose war ein Wechselbad der Gefühle.

Dann kam allerdings der Tag, an dem ich die Augen nicht mehr vor der Wahrheit verschließen konnte: Mit einem Freund aus England fuhr ich zur Loreley. Wir genossen – typisch deutsch! – ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte und beschlossen, den Berg zu Fuß hinunterzugehen. Für mich wurde es zum Abstieg vom Mount Everest, denn die nächste Toilette ist kilometerweit entfernt! Ich hatte fürchterliche Bauchkrämpfe, mir war schlecht und Durchfall kündigte sich an. Trotzdem habe ich noch ein halbes Jahr gebraucht, um den Test auf Laktoseintoleranz beim Gastroenterologen zu machen.

Bei diesem Test musste ich eine milchzuckerhaltige Lösung trinken und jede halbe Stunde wie bei einer Verkehrskontrolle in ein Röhrchen blasen. Das Ergebnis war eindeutig – vor allem, weil ich bereits nach der ersten halben Stunde mit Blähungen und Durchfall reagierte.

Die erste Zeit nach der Diagnose war ein Wechselbad der Gefühle. Zum einen war ich froh, dass ich keine Milcheiweißallergie hatte. Denn in diesem Fall ist die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks gegeben, man muss sämtliche Milchprodukte meiden und darf keine laktosefreien Produkte verwenden. Zum anderen stand ich mit großen Fragezeichen in meiner Küche. Was durfte ich noch essen – was nicht? Der Einkauf dauerte doppelt so lang wie vorher, da ich mir nun alles durchlesen musste. Wenn ich aus mangelnder Vorsicht doch etwas Laktosehaltiges gegessen hatte, fing nach einer halben Stunde der Durchfall an, und ich war dann 24 Stunden lang außer Gefecht gesetzt.

Seit meiner Diagnose 2009 ist die Zahl der laktosefreien Produkte sprunghaft angestiegen. Selbst Schlagsahne und weiße Schokolade gibt es mittlerweile. Das Problem ist allerdings, dass man selten alles in einem Supermarkt findet und seine Einkaufswege sehr genau planen muss. Zum Beispiel gibt es meinen Lieblingsjoghurt nur in einem Geschäft in meiner Stadt, dieses Geschäft hat dann aber nicht den laktosefreien Pudding.

Und dann gibt es noch das Problem beim Essengehen. Trotz der aktuellen Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, nach der die Restaurants die Allergene ausweisen müssten, ist Essengehen immer mit Schwierigkeiten verbunden. Für diese Fälle habe ich immer Laktasetabletten in der Tasche. Ich habe mich über die Jahre durch die verschiedenen Sorten probiert – manche helfen bei mir, andere überhaupt nicht. Aber es gibt mir Sicherheit, dass ich im Notfall die Tabletten nehmen kann, denn ohne sie würde ich bei einem Laktoseunfall das Restaurant beziehungsweise die Toilette für die nächsten zwei bis drei Stunden blockieren!

Mittlerweile habe ich selbst auch die Diagnose Zöliakie, ernähre mich nach Paleo und bin Ernährungscoach geworden – aus den Zitronen des Lebens muss man halt Limonade machen.

Lactosefreies Menü

 

  • Rezept 1
  • Zutaten
  • Zubereitung
  • Rezept 2
  • Zutaten
  • Zubereitung

Kalbfleisch-Kartoffelstrudel mit Rahmwirsing

Für 4 Personen
Zubereitungszeit ca. 50 Minuten
Ruhezeit 45 Minuten
Energiegehalt pro Person:
726 kcal
Kohlenhydrate: 45,3 g
Fett: 47,5 g
Eiweiß: 26,4 g
Ballaststoffe: 10,6 g

Zutaten

  • 1 Ei
  • 300 g glutenfreies Mehl
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 130 ml Wasser
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1.000 g festkochende Kartoffeln
  • 2 EL LAC lactosefreie Crème Fraîche
  • 250 g mageres Kalbshackfleisch
  • 2 EL Schnittlauch, fein geschnitten
  • 1 kleiner Wirsingkopf, ca. 1 kg
  • 1 EL laktosefreie Margarine
  • 400 ml LAC lactosefreie Sahne
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung

Das Ei mit dem Mehl, 1 EL Sonnenblumenöl, 130 ml Wasser und einer Prise Salz in eine Schüssel geben und zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in eine Schüssel geben, mit Folie abdecken und 45 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Die Kartoffeln in kochendem Salzwasser garen, auf ein Sieb abgießen und etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen, halbieren und die Hälften in feine Streifen schneiden. Die Kartoffeln pellen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. 2 EL Sonnenblumenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebelstreifen darin anbraten bis sie anfangen, braun zu werden. Die Hälfte der Kartoffelwürfel und die LAC lactosefreie Crème Fraîche zugeben und alles mit einer Gabel grob zerdrücken. Die Kartoffelmasse in eine Schüssel geben. Das übrige Sonnenblumenöl in einer weiteren Pfanne erhitzen und das Hackfleisch darin feinkrümelig anbraten. Das Hackfleisch dann mit dem Schnittlauch unter die Kartoffelmasse mengen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Ein großes Küchentuch mit Mehl bestäuben, den Teig ½ cm dick ausrollen. Von der Mitte des Teiges mit den Handrücken den Teig gleichmäßig auseinanderziehen. Der Teig sollte so dünn sein, dass das Küchentuch durchscheint. Die Kalbfleisch-Kartoffelmasse auf dem unteren Drittel des Teiges verteilen und den Strudel dann mit Hilfe des Küchentuchs zusammenrollen. Den Strudel dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Ofenblech gleiten lassen und etwa 25 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. In der Zwischenzeit den Wirsing putzen und die dicken Rippen aus den Blättern herausschneiden. Die Wirsingblätter dann in feine Streifen schneiden.

Die Margarine in einem Topf schmelzen und die Wirsingstreifen darin andünsten. Mit der LAC lactosefreien Sahne ablöschen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Strudel aus dem Ofen nehmen und in Stücke schneiden. Mit dem Rahmwirsing auf Tellern anrichten.

Mandel-Joghurtmousse

Für 4 Personen
Zubereitungszeit ca. 20 Minuten
Kühlzeit ca. 3 Stunden
Energiegehalt pro Portion:
726 kcal
Kohlenhydrate: 45,3 g
Fett: 47,5 g
Eiweiß: 26,4 g
Ballaststoffe: 10,6 g

Zutaten

  • 1 TL Steviapulver
  • 3 EL weißes Mandelmus
  • 3 Blatt Gelatine
  • 300 ml LAC lactosefreie Sahne
  • 50 g Mandelstifte 4 Minzezweige

Zubereitung

Den Joghurt mit dem Steviapulver und dem Mandelmus kräftig verrühren.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die eingeweichten Gelatineblätter dann kräftig ausdrücken. 2 EL Wasser in einem Topf kurz aufkochen und die Gelatine darin unter Rühren auflösen. Die aufgelöste Gelatine unter die Joghurtmasse rühren. Die Schlagsahne steif aufschlagen und unter die Masse heben. Die Mandel-Joghurtmousse in Schalen oder Gläser füllen und für etwa 3 Stunden kalt stellen.

Die Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten.

Die gekühlte Mandelmousse mit den Mandelstiften bestreuen und mit der Minze garnieren.