Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung leidet an zu hohem Blutdruck, der ein starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt ist. Eine wesentliche Ursache der Hypertonie, die erhöhte Salzzufuhr, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. In den Industrieländern nimmt jeder Erwachsene zwischen zehn und 15 Gramm Kochsalz pro Tag zu sich. 80 Prozent davon stammen aus industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln. Ernährungsexperten empfehlen, maximal sechs Gramm pro Tag zu konsumieren.

Salzverbrauch in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland liegt der durchschnittliche Salzverbrauch mit 13 Gramm pro Tag ungefähr doppelt so hoch, wie ihn kochsalzsensitive Menschen mit hohem Blutdruck vertragen. Wirklich notwendig ist eine Zufuhr von nur einem Gramm täglich. Salzige Speisen können sich auf den Blutdruck auswirken. Denn um das Gewürz möglichst schnell über die Nieren aus dem Blut zu spülen, erhöht der Körper den Blutdruck. Daher wird Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, geraten zu hohen Salzkonsum zu meiden, denn dieser kann gefährlich werden.

Befehl zur Kontraktion

Obwohl der Effekt seit Langem bekannt ist, war bisher offen, welche biologischen Mechanismen hinter dem Druckanstieg stehen. Jetzt ist bewiesen: Salz fördert die Bildung bestimmter Botenstoffe in der Muskulatur der Blutgefäße. Sie bewirken, dass sich die Muskelzellen zusammenziehen. Damit verringert sich der Durchmesser der Gefäße, und der Blutdruck steigt.

Bei jedem Zweiten sinkt der Blutdruck bei salzarmer Kost

Betroffene, bei denen der hohe Blutdruck auf eine Nierenfunktionsstörung zurückzuführen ist, müssen auf ihren Kochsalzverbrauch achten. Bei diesen Menschen führt eine geringere Menge Kochsalz auch tatsächlich zu einem niedrigeren Blutdruck. Andere sollten testen, ob eine verminderte Kochsalzzufuhr ihren Blutdruck senkt. Jeder zweite Betroffene reagiert auf eine salzarme Ernährung. Durch eine Verminderung der Kochsalzzufuhr auf etwa fünf bis sechs Gramm pro Tag sinkt der Blutdruck etwa um fünf bis acht Millimeter Quecksilbersäule. Gesund ist das für alle Menschen, denn insgesamt wird viel zu viel Salz verzehrt. Das stört den Wasser- und Natriumhaushalt und wirkt sich auch auf die Magenschleimhaut negativ aus.

Alternativen nutzen

Salzarm zu essen, bedeutet für viele Menschen eine große Umstellung. Dennoch gilt nach wie vor, dass viele Gerichte auch ohne Salz ganz hervorragend schmecken. Viele pflanzliche Gewürze können das Salz überflüssig machen und oft noch stärker aromatisierend wirken. Eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten schon Ingwer, Dill und Senf.