Bewegungsmangel sowie das Verharren in bestimmten Körperhaltungen führen dazu, dass einige Muskeln geschwächt, andere hingegen überansprucht werden. So entsteht ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen, das schmerzhafte Verspannungen und Fehlhaltungen begünstigt. Hinzu kommt, dass über die Hälfte der Angestellten in Deutschland im Büro arbeiten. Umso wichtiger sind ergonomische Arbeitsplätze.

Arbeitsplatz nach Maß

Sind Stuhl, Tisch und Computer nicht optimal aufeinander abgestimmt, schmerzen Rücken, Schultern und Augen. In Deutschland klagen laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 80 Prozent der Befragten über körperliche Beschwerden während oder nach der Arbeit. Fast die Hälfte aller Büroangestellten über Rückenschmerzen (46 Prozent), oft in Kombination mit Schulter- und Nackenbeschwerden (40 Prozent). Grund dafür ist häufig der Arbeitsplatz: Tisch und Stuhl sind falsch eingestellt, der Bildschirm reflektiert. Ist das Büro obendrein dunkel und schlecht gelüftet, vergeht auch dem Eifrigsten der Spaß an der Arbeit. Genau das wollen Ergonomen mit ihrer Arbeit vermeiden.


Wer sich wohlfühlt, leistet mehr

Die ergonomische Lehre verfolgt das Ziel, Arbeitsplatz und -umgebung optimal an den Einzelnen anzupassen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „ergon“ („Arbeit“) und „nomos“ („Gesetz“) zusammen. Die BAuA definiert Ergonomie als Theorie, die Prinzipien, Daten und Methoden auf die Gestaltung von Arbeitssystemen anwendet mit dem Ziel, das Wohlbefinden der Menschen und die Leistung des Gesamtsystems zu optimieren. Sprich, ein gesunder Mensch leistet mehr als ein kranker.



Tipps für einen gesunden Arbeitsplatz


Ergonomischer Arbeitsplatz
Der Arbeitsplatz sollte ergonomisch eingestellt und seinem Nutzer angepasst sein. Der richtige Bürostuhl verfügt über Rollen, eine Stütze für den unteren Rücken und Armlehnen. Die Knie sollten im 90-Grad-Winkel und die Füße komplett auf dem Boden stehen. Ebenso sollten die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel gebeugt sein.

Dynamisches Sitzen
Bei einer ungesunden Sitzhaltung können bereits nach zwei Stunden Beschwerden wie Durchblutungs- oder Konzentrationsstörungen auftreten. Neben der ergonomisch optimalen Gestaltung des Arbeitsplatzes ist es wichtig, die Sitzhaltung regelmäßig zu verändern.

Körpernähe
Alle Arbeiten am Computer sollten möglichst körpernah vor dem Bildschirm ausgeführt werden. Maus, Tastatur und Unterlagen sollten zum Greifen nah, also körperzentriert, platziert sein.

Handgelenke nicht verdrehen
Während Computerarbeiten sollte eine ergonomische Maus verwendet werden, um das Verdrehen und Umknicken des Handgelenkes zu vermeiden.

Den Körper ausrichten
Nase und Füße sollten stets in die gleiche Richtung zeigen, wenn am Schreibtisch gearbeitet wird.

Regelmäßiges Aufstehen
Wer regelmäßig aufsteht und dazu noch kleine Übungen macht, beugt Verspannungen und Schmerzen optimal vor.

Steh-Sitz-Arbeitsplätze
Sitzen oder Stehen? Der Mensch ist nicht zum Sitzen geboren, Bewegung liegt also in der Natur des Menschen. So gesehen ist jede statische Haltung über einen längeren Zeitraum für den Stütz- und Bewegungsapparat schädlich. Steh-Sitz-Arbeitsplätze sind eine gute Alternative für ergonomisches Arbeiten im Büro, denn sie ermöglichen und fördern ein dynamisches Sitzen beziehungsweise den Wechsel von stehender und sitzender Tätigkeit.

Ein Steh-Sitz-Arbeitstisch wird durch ein höhenverstellbares Steh-Sitz-Tischgestell ermöglicht, bei dem die Arbeitsfläche bis zur Höhe einer stehenden Person ausgezogen werden kann. Untersuchungen in Callcentern haben zudem gezeigt, dass Menschen im Stehen mehr leisten können als im Sitzen. Die Gründe sind vielfältig.

Pausen machen
Neben einer längeren Mittagspause und ein bis zwei Kaffeepausen sollte auf Minipausen geachtet werden. Sie vermindern Stress und fördern die Konzen-trationsfähigkeit.