Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach ein gesundes Lächeln für ein gesundes Leben?

Das ist definitiv wichtig. Humor, Spaß, Freude und Lachen lassen einen länger leben. Das ist ja schon zigmal nachgewiesen worden.

Was tun Sie persönlich für Ihr strahlendes Lächeln?

An bestimmten Tagen, wenn ich meine Laufrunden über den ehemaligen Flughafen Tempelhof drehe, komme ich an einer Lach-yoga-Truppe vorbei. Die stehen dann alle im Kreis rum und lachen sich auf Kommando kaputt.

Manchmal bleibe ich heimlich stehen, mache ein paar Dehnübungen, lausche und laufe lachend weiter. Und immer, wenn ich an den Moment denke, muss ich auch wieder lachen, weil das so absurd komisch ist, wenn Menschen spontan, ohne erkennbaren Grund, lachen. Und wissen Sie was, das funktioniert.

Wie halten Sie sich fit und wie integrieren Sie Sport in den Alltag?

Ich habe so unanständige Arbeitszeiten, dass ich mich durch Laufen fit halte – das kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit tun. Wenn ich nicht laufe, bin ich am liebsten mit meinem Supboard auf dem Wasser. Die Wasserstraßen in und um Berlin laden ja quasi zur Fitness auf dem Wasser ein.

Winter und Wassersport passen nicht optimal zusammen.

Da haben Sie wohl recht. Im Winter gehe ich dann einfach öfter laufen, um das zu kompensieren. Umso mehr freue ich mich jetzt aber auf einen hoffentlich warmen Frühling und natürlich den Sommer, um auch wieder auf dem Wasser aktiv werden zu können.

Und ins Fitnessstudio?

Das ist nicht mehr meine Welt: aufraffen, Tasche packen, hinfahren, umziehen ... Beim Laufen ist das viel leichter: Haustür auf und los geht es.

Wie sind Sie zum Laufen gekommen?

Als ich Anfang der 90er-Jahre nach Berlin gezogen bin, wohnte ich in der Nähe vom Eisstadion Wilmersdorf, und dort war eine überwucherte Tartanbahn, auf der seit Jahren niemand mehr trainiert hatte – das hat mich irgendwie eingeladen. Und so fing das mit dem Laufen an.

Ich merke schon, dass Sie sich fit halten. Haben Sie einen persönlichen Geheimtipp, um „gesund und fit in den Sommer“ zu kommen?

Ich halte mich zwar bestmöglich fit, denn wenn ich mich nicht fit und gesund fühle, bin ich auch nicht gut, in dem, was ich mache. Um Ihre Frage zu beantworten, bin ich aber eigentlich das schlechteste Beispiel (lacht).

Warum?

Weil ausreichend Schlaf zu einem gesunden Lebensstil dazugehört – und den habe ich definitiv nicht. Ich leide alle zwei Wochen unter akutem Schlafmangel, aufgrund meines Jobs beim Morgenmagazin (Anm. d. Red.: im ZDF), wo ich um drei Uhr nachts aufstehe.

Da läuft ein Programm in mir ab, das sagt: aufstehen, anziehen, Kaffee trinken, losfahren.

Wer nicht genug schläft, bleibt auch nicht gesund. Umso wichtiger ist es für mich, einen Ausgleich zu finden, der die Gesundheit meines Körpers stärkt. Und das ist für mich das Laufen. Natürlich gehören auch eine einigermaßen ausgewogene Ernährung und eine gesunde Psyche dazu.

Man sollte immer darauf achten, das Rad nicht zu überdrehen, und auf seinen Körper hören.

Wie kommen Sie morgens um drei Uhr aus dem Bett?

Diese Frage stelle ich mir dann auch immer (lacht). Ich bin dann immer wie ferngesteuert. Da läuft ein Programm in mir ab, das sagt: aufstehen, anziehen, Kaffee trinken, losfahren.

Und nach dem frühen Aufstehen und einem Vormittag im Studio – gehen Sie dann trotzdem noch laufen?

Ja, das ist wirklich abnormal. Doch wenn man für einen Marathon trainiert, darf man das niemals unterbrechen. Schön ist das nicht, weil man total fertig und müde ist, aber da muss ich durch. Meistens lege ich mich aber erst einmal eine Stunde hin, wenn ich nach der Morgensendung nach Hause komme, und gehe dann laufen.

Wie überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund?

Ich zwinge mich einfach. Natürlich habe ich es auch immer mal wieder mit Motivationstricks versucht, doch das hat alles nichts geholfen. Ich muss aber gestehen, dass ich manchmal auch einfach liegen bleibe und mich noch einmal umdrehe (lacht).

Was ist in der Marathonvorbereitungsphase die größte Herausforderung?

Das Kilometerabreißen. In der Vorbereitung laufe ich rund 60 Kilometer pro Woche. Und da gehört mindestens ein langer Lauf pro Woche dazu. Seiner Frau zu sagen, dass man jetzt mal drei Stunden laufen geht, ist nicht wirklich familienkompatibel. Auch weil man danach total k. o. ist und nur noch seine Ruhe haben will.

Warum machen Sie das dann?

(Lacht) Im letzten Jahr war das einer Wette geschuldet, und da musste ich dann auch ran. Das ZDF hat die Vorbereitungen und den Marathon dann auch begleitet. Das war natürlich auch eine Motivation, weil man es allen – den Zuschauern, aber auch einem selbst – zeigen wollte. Dieses Jahr wollte ich eigentlich gar nicht mehr teilnehmen. Doch ein Bekannter hat uns angemeldet, also muss ich wieder ran. Danach wird dann aber auch erst einmal Schluss sein. Laufen ja, Marathon reicht.

 


Tipps für den Laufstart

Interview mit Tom Schlegel, Ex-Laufprofi und Triathlet.

Ganz klar, die beste Zeit mit dem Sport anzufangen, ist jetzt. Tom Schlegel, Runningexperte, empfiehlt, mit Laufen in ein sportliches Frühjahr zu starten.

 

Herr Schlegel, was macht den Laufsport so empfehlenswert für Leute, die sportlich durchstarten wollen?

Ganz einfach: Dass sie es schon können! Sie müssen nicht erst ein neues Bewegungsmuster erlernen, sie können einfach loslaufen. Und es ist unkompliziert, denn die Laufstrecke liegt direkt vor der Haustür, man ist nicht an Kurszeiten gebunden, kann alleine laufen und muss sich nicht finanziell an ein Studio binden. Das heißt: Die Hemmschwelle für den Start ins Läuferleben ist niedrig – da haben Ausreden keine Chance!

Ausreden ist ein gutes Stichwort – wie motiviere ich mich zum Laufen?

Laufen ist nachweislich gut für Körper und Seele. Viele fangen ja mit dem Laufen an, weil sie abnehmen möchten. Wer läuft, der hält seine Figur und wird zusammen mit einer entsprechenden Ernährung auch schlanker. Das eigene Wohlfühlgewicht zu erreichen, ist auf jeden Fall ein super Laufmotivator. Viele ziehen ihre Motivation auch daraus, dass das Laufen nachweislich glücklich macht, denn beim Laufen werden Glückshormone wie Endorphine und Serotonine vermehrt ausgeschüttet.

Worauf sollte man beim Start ins Läuferleben achten?

Anfangs ist es wichtig, sich nicht selbst unter Druck zu setzen und lieber regelmäßig als zu viel zu laufen. Nur so kann es gelingen, Körper und Geist an das Laufen zu gewöhnen und den Sport in den Alltag zu integrieren. In Sachen Ausrüstung rate ich bereits zum Laufeinstieg zu funktionellen Laufschuhen, weil diese den Laufkomfort extrem erhöhen. Am besten lässt man sich hier im Rahmen einer Laufanalyse, die einige Laufschuhhändler kostenlos anbieten, umfassend beraten