Wie viele andere haben Sie beruflich und privat einen vollen Terminkalender. Wie kann es trotzdem gelingen, Fitnesstraining in den Alltag zu integrieren und noch Spaß daran zu haben?

Die meisten Menschen brauchen vor allem mehr Flexibilität. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Mit zwei Kindern hat man nie wirklich Zeit für Sport. Der Gang ins Fitnessstudio wird da schnell zur Hürde. Idealerweise ist man deshalb zeitlich und örtlich unabhängig.

Was ist dann die Lösung?

Auf dem Vormarsch sind Online-Fitnessportale, wie wir es gerade mit mybod-e (www.mybod-e.de) und seinen unterschiedlichen Trainingseinheiten entwickelt haben. Ziel ist, Sport dann zu betreiben, wenn man individuell auch die Chance dazu hat. Es reicht ein Internetzugang und ich kann mich zu jeder Zeit in die Sportprogramme einklinken. Meinetwegen morgens früh, bevor ich zur Arbeit gehe, oder mitten in der Nacht. Zu Hause im Wohnzimmer genauso wie draußen auf der Wiese. Mal für 20 Minuten oder länger.

Wichtig ist auch, dass man sich thematisch aussuchen kann, nach welchem Training einem gerade der Sinn steht. In Studios meldet man sich oft frühzeitig für einen Kurs an, merkt an dem Tag jedoch, dass man sich statt beim Yoga lieber beim Boxen, Cardio-Training oder mit einer Dance-Einheit auspowern möchte.

Oder man hat einen Aerobic-Kurs belegt, ist aber zu erschöpft und hätte Lust auf Pilates. Onlinefitnessportale sind anders.

 

 

Was kann denn Otto Normalverbraucher vom professionellen Sportler lernen?

Es macht keinen Sinn, den Leuten zu zeigen, wie trainiert man als Hochleistungssportler aussieht. Das stößt vor den Kopf. Am besten ist es doch, ich hole die Leute ab, wo sie gerade sind. Nämlich an einem Punkt, an dem sie sich nicht wohlfühlen und endlich loslegen wollen.

Ich wollte mit mybod-e deshalb ganz bewusst nicht eitel sein und bin von meiner damaligen Situation ausgegangen. Während meiner Schwangerschaft war mir klar, dass ich diese Monate genießen werde und nicht auf meine Figur achte. Dennoch sollten die Pfunde danach möglichst schnell wieder runter.

In den Videos des Online-Programms, in denen professionelle Trainer Unterstützung geben, sieht man deshalb klar, wie auch ich unterschiedliche Phasen durchlaufe, die auch mal anstrengend sein können. Ich bin überzeugt, dass das Prinzip „vorher und nachher“ sehr motivierend ist. Man nimmt die Leute mit auf eine Reise, die sie dann selbst gehen.

Welche Faktoren spielen für die Motivation noch eine Rolle?

Es hilft, die Fortschritte mit Statistik zu überprüfen und sich vielleicht dabei auch mit Freunden zu messen. Wichtig ist daher vorher ein Fitness-Check mit genauen Daten. Und wichtigen Ernährungstipps. In seiner Kleidung sollte man sich wohlfühlen. Work-out braucht nicht zwingend Geräte. Manchmal helfen Elastikbänder oder eine Hantel. Zur Not tut’s sogar eine Wasserflasche.

Welche Vorteile hat denn Schwimmen, wenn man sich körperlich fit halten will?

Das ist natürlich als Gesundheitssport die Nummer eins. Entscheidend ist, dass Kinder schon in der Grundschule lernen, technisch sauber zu schwimmen. Nicht um den nächsten Olympiasieger zu finden, sondern um ihnen einen Grundstil beizubringen, den sie ihr Leben lang beherrschen. Mit der Technik kommen dann Spaß und vor allem die Dauer. Viele können gar nicht 20 Minuten am Stück schwimmen. Selbst später im Alter profitieren sie von richtiger Technik.

Welche positiven Effekte wirken sich dann aus?

Im Wasser fühlt man sich wie schwerelos und beansprucht tatsächlich nur die Muskeln. Die Gelenke werden geschont. Trotz meiner vielen Jahre im Hochleistungssport habe ich keine Knochen- und Gelenkprobleme. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei möglichen Krankheiten, wie zum Beispiel einem Bandscheibenschaden, Sportarten wie Tennis oder Fußball kaum möglich sind. Schwimmen kann man aber meist immer.

Schaffen Sie es zeitlich selbst noch?

Das kommt deutlich zu kurz. Öffentliche Bäder sind zudem sehr voll und ich müsste den Leuten im Wasser ständig ausweichen (lacht). Extra absperren oder anmieten wäre zu kompliziert. Außerdem möchte ich deutlich mehr als einen Kilometer schwimmen. Bei vielen Bahnen, die unter 25 Metern sind, kriege ich irgendwann einen Drehwurm.