Irgendwo hat man das schon mal gehört. „10.000 Schritte am Tag“ soll man machen. Und genauso wie die Sache mit dem täglichen Apfel – „An apple a day keeps the doctor away“ – leuchtet das intuitiv ein. Obst und Bewegung sind gesund, so viel steht fest. Aber wieso 10.000 Schritte am Tag? Ist da wirklich „was dran“, oder fand bloß irgendein Journalist die runde Zahl so schön?

Eins ist klar: Bewegungsmangel gilt in unserer urbanisierten Gesellschaft als die häufigste Ursache für Gesundheitsprobleme – oder besser gesagt: als größtes Gesundheitsproblem. Denn auch wenn die wenigsten Krankheiten im strengen Sinn von zu wenig Bewegung verursacht werden – Rumsitzen hilft auf keinen Fall. Kreislauf und Stoffwechsel, Muskeln und Nerven, ohne Training wird eben alles immer langsamer und weniger leistungsfähig.

Kein Wunder. Wir stehen morgens  auf – und setzen uns hin. Wir sitzen am Frühstückstisch, hinterm Lenkrad, am Schreibtisch, am Computer, am Esstisch, auf der Couch. Dann legen wir uns wieder ins Bett. Einerseits klingt das fürchterlich, nämlich nach Faulheit. Andererseits ist es gar nicht so einfach, ausreichend Bewegung in unseren Alltag „einzubauen“.

Wer hat schon die Zeit, jeden Tag spazieren zu gehen?

Ein Briefträger kommt auf 18.000 Schritte am Tag, ein Büroangestellter auf gerade mal 1.500. Was tun? Die Zeit, jeden Tag eine Stunde spazieren zu gehen, haben die wenigsten von uns. Um das Schrittpensum von 1.500 auf 10.000 Schritte zu steigern, sollte man sich zuallererst ein realistisches Wochenziel stecken, zum Beispiel die aktuelle Schrittzahl verdoppeln. Ist das Ziel erreicht, nimmt man sich für die kommende Woche noch mehr Schritte vor – so lange, bis man 10.000 pro Tag erreicht hat.

Am besten baut man die zusätzlichen Schritte in den Alltag ein: Die Treppe nehmen, statt mit Rolltreppe oder Aufzug zu fahren. Etwas weiter weg parken oder eine Station früher aussteigen. Zu den Kollegen in die andere Abteilung gehen, anstatt anzurufen. Die Mittagspause für einen Spaziergang nutzen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen, oder zu Hause auf dem Laufband die Lieblingsserie schauen. Bei den meisten von uns ergäbe sich aus diesen Maßnahmen wohl schon ein Vielfaches unserer heutigen Schrittzahl.