Essstörungen können ernsthafte Gesundheitsschäden zur Folge haben, wie Diabetes und Magen-Darm-Beschwerden, und unbehandelt sogar zum Tod führen.
Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Es gibt verschiedene Formen, wie:

Esssucht

Essen ist für die Betroffenen kein Genuss, sondern zwanghaft. Meist essen Esssüchtige viel zu viel und leiden dadurch an Übergewicht oder Fettleibigkeit, was wiederum zu gesundheitlichen und sozialen Problemen führt. Übergewichtige fühlen sich oft als Versager und Außenseiter.

Magersucht

Diese Essstörung zeigt sich durch selbst herbeigeführten Gewichtsverlust. Betroffene hungern, werden immer dünner und sehen dabei den eigenen körperlichen Zustand häufig nicht. Sie empfinden sich als zu dick, auch noch mit extremem Untergewicht. Folgen können Muskelschwund, Osteoporose und Verhungern sein.

Ess-Brech-Sucht

Betroffene sind meist normalgewichtig, haben aber große Angst vor der Gewichtszunahme. Bei Ess-Attacken nehmen sie übermäßig viel Nahrung in kürzester Zeit auf und erbrechen diese wieder. Dies kann zu Störungen des Elektrolyt-Stoffwechsels, zu Entzündungen der Speiseröhre, zu Zahnschäden sowie zu Mangelerscheinungen führen. Da durch einen gestörten Elektrolythaushalt das Herz angegriffen werden kann, kann es zu Herzversagen und somit zum Tod kommen.

Betroffene nehmen ihre Essstörung meist selbst nicht als solche wahr - und demnach auch nicht ihre schlimmen Folgen. Für Personen aus dem nahen Umfeld ist es sehr schwer, eine Essstörung mitzuerleben und zu ertragen. Aber auch wenn Sie das Gefühl haben, nichts tun zu können und nur ohnmächtig zuzusehen: Lassen Sie nicht locker! Denn das Gespräch und die Konfrontation von außen können ein wichtiger und oft auch ein entscheidender Anstoß für die Betroffenen sein, ihre Erkrankung zu erkennen, zu verstehen und sich Hilfe zu holen. Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern reden Sie mit dem Betroffenen, hören Sie zu und unterstützen Sie die Therapie.

Therapie bei Essstörungen

Bei der Behandlung von Essstörungen werden meistens verschiedene Behandlungsmöglichkeiten kombiniert. Die Schwerpunkte bilden die psychotherapeutische und die medizinische Behandlung.

Ob eine ambulante oder stationäre Behandlung angebracht ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Bei dieser Entscheidung spielen neben dem seelischen und körperlichen Zustand auch soziale Faktoren eine Rolle. Bei akuter Gesundheitsgefahr ist ein Klinikaufenthalt notwendig. Ein stationärer Aufenthalt bietet darüber hinaus Betroffenen die Möglichkeit, das Alltagsleben hinter sich zu lassen, um sich auf das Erlernen neuer Verhaltensmuster konzentrieren zu können.