Sind die nicht operativen Therapien ausgereizt, so stellt sich die Frage, ob ein künstliches Gelenk notwendig ist.

Wann ist der richtige Operationszeitpunkt?

Der Untersuchungsbefund, das Röntgenbild und die Einschränkung der Lebensqualität des Betroffenen sind von Bedeutung. Ein deutlicher Röntgenbefund ist noch nicht allein ausschlaggebend zum Einbau eines künstlichen Gelenkes. Die Lebensqualität sollte durch den Verschleiß deutlich eingeschränkt, die Gehfähigkeit deutlich reduziert und der Schmerz ausgeprägt sein. Eine Operation ohne wesentlichen Leidensdruck auch bei positivem Röntgenbefund ist selten notwendig.

Wie finde ich den richtigen Operateur, die richtige Klinik?

Die Spezialisierung der Klinik sowie die Erfahrung des Operateurs spielen eine große Rolle. Es sollte sich um eine auf künstlichen Gelenkersatz spezialisierte Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit hohen Fallzahlen und einem Angebot verschiedener Prothesentypen handeln. Der Operateur muss über eine ausreichende Erfahrung verfügen, und eine hohe Anzahl dieser Operationen regelmäßig durchführen, -nachfragen-. Ein wesentliches Kriterium ist mittlerweile die Zertifizierung als Endoprothetikzentrum (EndoCert).

Eine Klinik, die nach EndoCert zertifiziert ist, belegt eine optimale Struktur- und Prozessqualität und belegt weiterhin, dass der Operateur über eine ausreichende Erfahrung mit Endoprothetik verfügt. Modernes Schmerzmanagement sollte angeboten werden. Weiterhin hilfreich sind persönliche Erfahrungen, auch im unmittelbaren Umfeld, geeignete Internetportale und qualitativ hochwertige Rankings.

Sind operativer Eingriff und Narkose gefährlich?

Da diese Operationen geplant durchführt werden, wird im Vorfeld sehr genau auf den Gesundheitszustand des Betroffenen geachtet. Patienten, die schwer krank sind, werden üblicherweise nicht mehr mit einem künstlichen Gelenk versorgt; hierdurch ist die Gefahr, durch die Operation körperlich zu Schaden zu kommen, extrem gering.

Wie groß ist die Gefahr der Infektion?

Die Gefahr einer Infektion der Prothese liegt etwa im Bereich von einem Prozent. Wichtig ist, dass die ausgewählte Klinik über ein optimales Hygienemanagement verfügt.

Ist sportliche Betätigung nach der Operation möglich?

Träger eines neuen Kunstgelenkes sind oft nach vielen Jahren erstmals wieder schmerzfrei, die Freude an der Bewegung kehrt zurück. Nach etwa 6 Monaten ist Sport wieder möglich und sinnvoll. Besonders gut geeignet sind Wandern, Schwimmen, Nordic Walking, Radfahren, Skilanglauf, Rudern und Golf.

Im Rahmen eines persönlichen Gespräches sollte der Operateur mit dem Betroffenen den individuell zu wählenden Prothesentyp, den Zugangsweg, den Ablauf im Krankenhaus, sowie Vor- und Nachbehandlung ausführlich besprechen. Im Zweifelsfall ist die Einholung einer Zweitmeinung sinnvoll.