Kennen Sie „Barry“ Blumberg? Der amerikanische Mediziner Baruch Samuel Blumberg erhielt 1976 den Nobelpreis für die Entdeckung des Australia-Antigens, eines Eiweißstoffes des Erregers der Hepatitis B. Das war 1965 eher Zufall, und Blumberg entwickelte den ersten Test, um Spenderblut auf Hepatitis B zu prüfen und einen Impfstoff gegen das Hepatitis-B-Virus zu entwickeln. Wir haben ihm also ein Stück Sicherheit für unsere Bluttransfusionen und die Immunisierung gegenüber Hepatitisviren zu verdanken. An seinem Geburtstag, also am 28. Juli jeden Jahres, veranstaltet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Welt-Hepatitis-Tag. In Deutschland macht das die „Deutsche Leberhilfe“. 

Glauben Sie, dass Bakterien und Viren die Krankheiten verursachen und Sie selbst den Krankheitserregern ausgeliefert sind? Der Nobelpreisträger Robert Koch sagte 1905: „Das Bakterium ist nichts, der Wirt ist alles.“ Max von Pettenkofer schluckte 1892 sogar eine Kultur von Cholerabakterien. Er wollte beweisen, dass Bakterien nicht die Ursache der Krankheit sind und blieb gesund. Pettenkofer hat in München die Kanalisation und eine zentrale Trinkwasserversorgung durchgesetzt und gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt diese Stadt als einer der saubersten Wohnorte Europas.

Im dreckigen Hamburg ohne sauberes Wasser wütete 1892 noch eine schreckliche Choleraepidemie. „Ich vergesse, dass ich in Europa bin. Ich habe noch nie solche ungesunden Wohnungen, Pesthöhlen und Brutstätten für jeden Ansteckungskeim angetroffen wie hier“, schrieb Robert Koch dazu.

Individuelle Gesundheit funktioniert besonders gut, wenn die Menschen ein stabiles Selbstwertgefühl und ein positives und aktives Verhältnis zum eigenen Körper besitzen.

Hygienemängel, schmutzige Drogenspritzen, dreckiges Wasser oder Blutübertragungen sind auch heute die Gründe für eine Ansteckung mit Hepatitisviren. Mit Impfungen können wir vor der Hepatitis A oder B schützen. Gegen Hepatitis C hilft nur sauberes Verhalten. Über 400.000 Menschen in Deutschland sind mit diesem Virus infiziert. Weltweit haben etwa 500 Millionen Menschen Hepatitis B oder C und 1,5 Millionen sterben daran. Die WHO will mit dem Welt-Hepatitis-Tag auf die Probleme hinweisen. 

Die Lebensweisen und die Lebensverhältnisse sind entscheidend für die Gesundheit der Menschen. Dies gilt für Infektionskrankheiten ebenso wie für chronische Leiden. Ein gebrochenes Herz oder soziale Bedingungen, die keine Luft zum Atmen lassen, machen krank. Raucher können ihr Laster auch überwinden. Individuelle Gesundheit oder das Immunsystem funktionieren dann besonders gut, wenn die Menschen ein stabiles Selbstwertgefühl und ein positives und aktives Verhältnis zum eigenen Körper besitzen.

Eine gute Bildung, die Fähigkeit zu Freundschaft, sozialen Beziehungen und die Integration in eine soziale Gemeinde sind dabei ebenso bedeutsam wie eine intakte Umwelt und gesundheitsdienliche ökologische Verhältnisse. Wenn eine sinnvolle Arbeit Freude macht und die Arbeitsbedingungen würdig sind, tut dies Ihrer Gesundheit gut.

Gesundheit wird gestärkt und alle Krankheiten können besser bewältigt werden, wenn Gesundheitsberater, Ärzte, Präventologen oder Pflegekräfte couragiert dafür sorgen, dass sich Lebensstile und Lebensverhältnisse verändern. Gesundheit lässt sich trainieren. Das Gesundheitstraining des Berufsverbandes der Präventologen e.V. oder der schweizerischen Careum Stiftung mit dem „Evivo-Konzept“ hilft Menschen, ihre eigene Gesundheit zu entwickeln. Lesen Sie hier, wie Sie Lunge, Herz & Leber pflegen können, und haben Sie Freude dabei.