Seit Erfindung der Impfung im 18. Jahrhundert konnten viele tödliche Krankheiten, die bis dahin als Geißel der Menschheit galten, ausgerottet oder unter Kontrolle gebracht werden. Doch gerade weil Impfungen uns so gut vor gefährlichen Infektionserkrankungen schützen, ist uns ihre lebenswichtige Funktion heute oft gar nicht mehr bewusst.

Die meisten können sich noch daran erinnern: Zuerst große Angst, dann ein kleiner Piks und schon war alles vorbei. Das Impfen gegen die wichtigsten Krankheitserreger, die sogenannte Grundimmunisierung, findet bereits im Kindesalter statt. Bei den notwendigen Vorsorgeuntersuchungen überprüft der Kinderarzt den Impfstatus und bespricht mit den Eltern, welche Impfungen ratsam sind. Die Empfehlungen legt ein Expertengremium aus Ärzten und Wissenschaftlern fest, die in der Ständigen Impfkommission (STIKO) zusammengeschlossen sind.

Folgen die Eltern den Impfempfehlungen, sind ihre Kinder vor den gefährlichsten Infektionskrankheiten geschützt: Tetanus, Diphterie und Keuchhusten. Aber auch Mumps, Masern, Röteln und Windpocken gehören dazu. Noch um 1900 verstarben jährlich 65.000 Kinder an den Folgen dieser Krankheiten. Auch die Immunisierung gegen Meningokokken, das sind Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen können, oder gegen Hepatitis-B-Viren, die zu einer Leberentzündung führen, wird von der STIKO empfohlen. Junge Mädchen sollten außerdem schon ab dem neunten Lebensjahr eine Impfung bekommen, die gegen bestimmte, sexuell übertragbare humane Papillomaviren schützt, welche als eine der Ursachen für Gebärmutterhalskrebs gelten.

Wer diese Impfungen als Kind erhalten hat, der ist auch als Erwachsener geschützt. Lediglich alle zehn Jahre sollte der Schutz gegen Diphterie und Tetanus aufgefrischt werden. Mit Vorsorgeimpfungen kann man sich außerdem gegen Grippe und die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis wappnen, welche durch Zecken übertragen wird.

Für die meisten Menschen sind Impfungen problemlos verträglich. In wenigen Fällen kommt es zu Nebenwirkungen wie Schmerzen im Arm, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Fieber. Solche Impfreaktionen sind in aller Regel harmlos und kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Sie zeigen, dass das Immunsystem aktiviert wird. Trotzdem schrecken manche Menschen immer noch davor zurück, sich impfen zu lassen. Als problematisch schätzt das Robert Koch-Institut vor allem die Masern-Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein sowie die zu geringen Impfquoten für Influenza- und Pneumokokken-Schutzimpfung bei Älteren und chronisch Kranken.