Der Winter ist da. Triefnasen, rote Augen, Schnupfen und Husten plagen viele Menschen. Auch wenn diese Symptome in der Erkältungszeit nichts Ungewöhnliches sind, leiden nicht alle Betroffenen unter einer Erkältung oder einem grippalen Infekt. Immer mehr Menschen werden von einer sogenannten Winterallergie kalt erwischt.

Auch die 22-jährige Maria. Sie litt im vergangenen Jahr mehrere Wochen unter Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und starker Verschleimung. „Ich war mehrfach bei meinem Hausarzt“, erzählt die Studentin, „aber nichts half. Er gab mir verschiedene Antibiotika und schleimlösende Medikamente – nichts half.“ Bereits in den Jahren zuvor kämpfte die junge Frau immer wieder mit hartnäckigen Erkältungen in der Winterzeit. „Meinem Hausarzt kam das komisch vor und er schickte mich zu einem Allergologen. Der machte schließlich einen Allergietest und fand die Ursache für meine Beschwerden: Milbenallergie.“  

Dabei handelt es sich um eine Hausstaubmilbenallergie, die sich als allergischer Schnupfen bemerkbar macht und die Patienten vor allem während der Heizperiode belastet.

Auf Symptome achten

Insbesondere wenn die Beschwerden länger als eine Woche andauern oder häufig wiederkehren, sollten Betroffene hellhörig werden und ihren Arzt aufsuchen, bevor sie sich selbst therapieren. Denn bei geröteten, juckenden Augen und laufender Nase sollte immer auch an einen allergischen Schnupfen durch Hausstaubmilben gedacht werden – zumal in Deutschland gleich nach Pollen und Blütenstaub Hausstaubmilben mit 30 Prozent den zweithäufigsten Allergieauslöser darstellen, der auch chronische Atemwegserkrankungen, Atemnot oder Asthma verursachen kann. Eine Milbenallergie ist also keinesfalls harmlos!

Tabuthema Hausstauballergie

Obwohl es mehrere Millionen Betroffene in Deutschland gibt, gelten Hausstaubmilben als Tabuthema. Warum? Der Begriff „Hausstauballergie“ ist zunächst irreführend, denn als Auslöser identifiziert wurde nicht das, was man gemeinhin mit einem Staubtuch vom Regal wischt, sondern ein winziges Lebewesen aus der Gattung der Spinnentiere, die sogenannte Hausstaubmilbe. Eine Hausstauballergie hat also nichts mit Unsauberkeit oder Schmutz gemein.

Auch Maria verschwieg anfangs ihre Allergie vor Freunden. „Ich schämte mich, weil ich vermutete, dass mein Umfeld denken würde, ich sei unsauber. Mittlerweile wissen es aber alle. Ich habe ihnen erklärt, dass eine Milbenallergie bei sensibilisierten Personen wie mir durch Schleimhautkontakt mit den Eiweißpartikeln im Milbenkot ausgelöst wird – was keinesfalls etwas mit mangelnder Hygiene zu tun hat.“

Lebensraum für Milben

Die kleinen Spinnentiere leben bevorzugt in Haushaltstextilien, wie beispielsweise Teppichen und Polstermöbeln, aber auch in Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen nisten sie sich liebend gern ein. Die Milbe selbst ist zwar kein Überträger von Krankheiten, ihr Kot gilt jedoch als starkes Allergen, auf das eine wachsende Zahl von Menschen mit verschiedenen Symptomen reagiert.

Die winzigen Kotbällchen der Milben zerfallen und werden, aufgewirbelt mit der Raumluft, in die Atemwege aufgenommen. Kommen menschliche Schleimhäute mit den Milbenallergenen in Kontakt, werden Histamine freigesetzt, Entzündungsstoffe, die als Botenstoffe in unserem Körper eine Reaktion auslösen. Diese ähneln meistens den Symptomen einer Erkältung beziehungsweise eines grippalen Infekts.

Das Umfeld milbenfrei machen

Da Milben hauptsächlich im Schlafbereich mit Menschen in Kontakt kommen, gilt es, diesen so milbenfrei wie möglich zu machen. Allergiedichte Bezüge, sogenannte Encasings, werden über Matratze, Bettdecke und Kissen gezogen und wirken wie eine schützende Barriere. Darüber kommt dann die normale Bettwäsche. Für viele Milbenallergiker erste Wahl. Auch für Maria: „Seit ich sie benutze, kann ich endlich wieder durchschlafen, ohne dass mich lästiges Husten und Niesen von süßen Träumen abhält.“

Milbenallergie behandeln

Funktionieren die Maßnahmen mit Allergenkarenz nicht ausreichend, gibt es ein Immuntherapieverfahren gegen Milbenallergien. Bei der Hyposensibilisierung wird der Betroffene durch Verabreichung von allmählich ansteigenden Dosen seines Allergens unempfindlicher gemacht. Das Erfolgsrezept besteht bei dieser Therapie darin, dass man regulierende Immunzellen aktivieren kann, die vor zukünftigen allergischen Reaktionen schützen. Das Immunsystem des Körpers kann sich dann also selbst vor allergischen Reaktionen bewahren.