Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende und betreut über 1.300 Krankenhäuser bundesweit. Im akuten Fall begleiten und entlasten die Koordinatoren der DSO das Krankenhauspersonal in allen organisatorischen Abläufen. Dazu sind sie rund um die Uhr erreichbar und einsatzbereit.

Ein spezielles Computerprogramm gleicht die Daten der Spenderorgane mit allen Empfängern auf der Warteliste ab. Die Vermittlung der Organe erfolgt nach medizinischen Kriterien, wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht.

Trifft der DSO-Koordinator im Krankenhaus ein, geht es zunächst darum, zu klären, ob die Voraussetzungen für eine Organspende erfüllt sind. Das Transplantationsgesetz schreibt dafür zwei Bedingungen vor: Zum einen muss der Tod des Menschen durch Nachweis des irreversiblen Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms zweifelsfrei feststehen und zum anderen muss eine Einwilligung zur Organspende vorliegen.

Die Vorgaben zur Durchführung der Feststellung des Todes durch irreversiblen Hirnfunktionsausfall sind in den Richtlinien der Bundesärztekammer genau festgelegt und verbindlich. Die Untersuchungen werden von zwei Ärzten unabhängig voneinander durchgeführt und protokolliert.

Ob der Verstorbene seinen Willen zur Organspende zum Beispiel in einem Organspendeausweis dokumentiert oder mündlich mitgeteilt hat, klärt in den meisten Fällen der behandelnde Arzt mit den Angehörigen.

Ist keine Entscheidung bekannt, werden die Angehörigen gebeten, eine Entscheidung nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zu treffen. In vielen Fällen nimmt an diesen Gesprächen auch ein DSO-Koordinator teil.

Entscheiden sich die Angehörigen für eine Organentnahme oder liegt eine Einwilligung bereits vor, beginnt die Untersuchung des Spenders. In möglichst kurzer Zeit muss der DSO-Koordinator umfangreiche medizinische Daten des Verstorbenen erfassen. Er beauftragt unter anderem Labore, um Gewebemerkmale und die Blutgruppe des Spenders zu analysieren.

Die so gesammelten Informationen sind zum einen für die Entscheidung wichtig, ob die Organe für eine Transplantation geeignet sind. Ergibt sich zum Beispiel aus den Recherchen der Verdacht auf eine Infektion oder Tumorerkrankung, so leitet der Koordinator zusätzliche Untersuchungen ein.

Zum anderen können mit Hilfe der Untersuchungsergebnisse die am besten geeigneten Empfänger für die Spenderorgane gefunden werden. Dazu meldet der DSO-Koordinator die Daten an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant in den Niederlanden. Ein spezielles Computerprogramm gleicht die Daten der Spenderorgane mit allen Empfängern auf der Warteliste ab. Die Vermittlung der Organe erfolgt nach medizinischen Kriterien, wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht.

Sobald feststeht, welches Transplantationszentrum ein Organ für einen ihrer Patienten erhält, organisiert der Koordinator in Absprache mit dem Krankenhaus und den entsprechenden Transplantationszentren die Organentnahme. Er telefoniert mit den dafür qualifizierten Transplantationschirurgen und bucht Transporte.

Außerdem unterstützt er das Klinikpersonal bei der intensivmedizinischen Betreuung des Spenders. Nach der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ist es notwendig, die Beatmung und das Herzkreislaufsystem aufrecht zu erhalten. Dies beeinflusst maßgeblich den Erfolg der Transplantation.

Die Organentnahme wird durch für diese Aufgabe besonders geschulte und erfahrene Chirurgen durchgeführt. Der Koordinator begleitet die Operation, und sorgt für eine sorgfältige Verpackung und Kühlung der Organe um einen sicheren Transport zu gewährleisten. Nach der Entnahme muss dann alles sehr schnell gehen, damit die Organe keinen Schaden nehmen – jede Minute zählt.

Doch trotz aller Anforderungen verliert der Koordinator den Verstorbenen nie aus dem Blick. Er trägt auch dafür Sorge, dass sich die Angehörigen nach der Organentnahme noch einmal in aller Ruhe verabschieden können.

Erst wenn der DSO-Koordinator die Gewissheit hat, dass die Spenderorgane übergeben wurden, endet seine Arbeit, in der es nur wenig Alltägliches gibt.

Jede Organspende setzt individuelles Engagement und Einfühlungsvermögen voraus. Doch die Zufriedenheit, durch den Einsatz bei einer Spende Leben gerettet und den Willen des Verstorbenen, anderen Menschen zu helfen, umgesetzt zu haben, ist Motivation für jeden Tag.