Im Säuglingsalter sind die Schlaf- und Wachzeiten noch nicht am täglichen Hell-Dunkel-Rhythmus orientiert, aber ein festes Zeitschema hilft dem Kind, einen gesunden Schlafrhythmus zu finden.

Einschlafprobleme im ersten Lebensjahr resultieren sehr häufig daraus, dass die Eltern versuchen, ihrem Kind einen eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus aufzuzwingen. Richtige Schlafbedingungen und einige Regeln können Ein- und/oder Durchschlafstörungen bei Säuglingen verhindern helfen:

  • letzte Abendmahlzeit immer zur gleichen Zeit geben
  • Kind immer zur gleichen Zeit, aber noch wach zum Schlafen legen
  • nächtliches Windelwechseln bei gedämpftem Licht und in ruhiger Atmosphäre
  • nicht auf jedes Erwachen sofort reagieren

Die richtigen Schlafbedingungen für ein Baby können Sie dem Elterninformationsflyer der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) „Sicherer Schlaf für mein Baby“ entnehmen: www.dgkj.de, Rubrik „Eltern“.

Nicht selten suchen besorgte Eltern einen Arzt auf, weil sie meinen, ihr Kind schlafe zu wenig. Tatsächlich ist das Schlafbedürfnis altersabhängig, variiert jedoch individuell sehr stark: Manchmal kommt ein erst vier Monate alter Säugling schon mit zehn bis zwölf Stunden Schlaf am Tag aus und ist deshalb nicht krank. Der Babyschlaf verteilt sich mit Nachtschlaf und ein bis zwei Schlafpausen am Tag über einen Zeitraum von 24 Stunden und stimmt mit den elterlichen Schlafbedürfnissen leider nicht überein.

Die Entwicklung des Schlafes, aber auch das Auftreten von Störungen des Schlafes, ist altersabhängig.

Viele Eltern verfolgen im Kindergartenalter mit großer Sorge die Tendenz, dass ihre Kinder auf den Mittagsschlaf verzichten wollen. Meist ist er dann auch tatsächlich nicht mehr erforderlich und sollte nicht erzwungen werden, weil er dem Kind den nötigen „Schlafdruck“ am Abend nehmen kann. In diesem Alter treten manchmal unterschiedlichste Parasomnien auf: Jactatio capitis et corpus (rhythmisches Wackeln von Kopf und/oder Körper im Schlaf), Bruxismus (Zähneknirschen), Enuresis nocturna (nächtliches Einnässen), Pavor nocturnus (Nachtschreck), Somnambulismus (Schlafwandeln) oder Albträume. Nur in sehr seltenen Ausnahmen müssen hier in Absprache mit dem Kinderarzt Medikamente gegeben werden, meist stehen schlafhygienische Regeln im Vordergrund. Auch hier gibt die DGKJ Tipps: Elterninformation „Mein Kind schläft nicht“, www.dgkj.de, Rubrik „Eltern“.

Schlafprobleme im Schul- und Jugendalter sehen anders aus: In Studien konnte festgestellt werden, dass Schulkinder in der Schulwoche ein bis zwei Stunden weniger Schlaf finden als in den Ferien und am Wochenende. Müdigkeit verstärkt Nervosität und Ängstlichkeit, und die Verkürzung der Schlafdauer vor Mitternacht macht den folgenden Schultag zur Herausforderung. Das Kind sollte tagsüber genügend Möglichkeiten haben, sich geistig und motorisch herauszufordern – in der wichtigen Stunde vor der Schlafenszeit sollte es keine Störungen durch zum Beispiel Fernsehen, Computerspiele, Hausaufgaben, Stresssituationen geben.

Die Entwicklung des Schlafes, aber auch das Auftreten von Störungen des Schlafes, ist altersabhängig. So sind beispielsweise Schlafbesonderheiten im Säuglingsalter nicht alle gleichbedeutend mit krankhaften „Schlafstörungen“ und bedürfen nicht in erster Linie einer medikamentösen Behandlung, sondern fachgerechter Elterninformation.  

Tatsächliche Dyssomnien (wenn der Schlaf selbst gestört ist) oder Parasomnien (Störungen, die während des Schlafes auftreten) sind selten. Besorgte Eltern sollten mit dem Kinder- und Jugendarzt sprechen.