In heißen Stunden verstecken sie sich unter Laub und in der Erde, um an einem warmen Abend doch noch auf Suche nach einer Blutmahlzeit zu gehen. Das Risiko, eine Zecke aufzuschnappen, ist daher eine Frage der Außentemperatur.

Zecken übertragen Krankheiten: Borreliose und FSME – im Ernstfall beides

Am häufigsten ist die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Infektion, die mit Antibiotika behandelt wird. Man erkennt sie in der Hälfte der Fälle an einem roten Fleck oder Ring, der sogenannten Wanderröte, weil sie sich mit der Zeit nach außen vergrößert.

Eine Borreliose macht sich mit grippeartigen Beschwerden bemerkbar, auch Gelenk- und Muskelschmerzen, Nackensteife und Nachtschweiß sind typisch. Jährlich erkranken in Deutschland ein paar Hunderttausend Menschen daran. Bei vielen wird die Infektion sehr spät erkannt, weil die Symptome auch anderen Erkrankungen wie Depression, Fibromyalgie, Multiple Sklerose, Polyneuropathie und Rheuma ähneln.

Wichtig: Zecken überleben bis zu drei Tage in abgelegter Kleidung.

Meldepflicht existiert nur in Berlin, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Borreliose kann man aber überall bekommen, auch in den Urlaubsländern mit gemäßigtem Klima weltweit. Einen Impfstoff gibt es nicht.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist hingegen ein Virus, das nur in speziellen Regionen vorkommt. 2016 erkrankten 342 Menschen daran. Bei Kindern verläuft die Infektion meistens milde. Bei 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen kann es zu schweren Schäden der Nerven und des Gehirns mit anschließenden Behinderungen kommen. Gegen FSME gibt es eine Impfung.

Wie schütze ich mich vor Zecken?

Nicht durch hohes Gras oder querfeldein gehen, sondern auf den Wegen bleiben. Im eigenen Garten das Gras kurz halten und alles vermeiden, was Mäuse anlockt. Mäuse und Ratten sind das Reservoir von Borrelien und FSME-Viren. Kein Vogelfutter auf den Boden. Keine Essenreste auf den Kompost. Nistkästen von Vögeln sollten Sie nicht über Terrassen hängen, weil Vögel Zecken abschütteln.

Repellents schützen kürzer, als sie behaupten. Insider schwören auf Einreiben mit Schwarzkümmelöl, Kokosöl und Patchouli. Hosenstöße in die Strümpfe stecken. Geschlossenes, glattes Schuhwerk bei der Gartenarbeit tragen. Wichtig: Zecken überleben bis zu drei Tage in abgelegter Kleidung. Wer sie erneut anziehen will, sollte sie vorher in den Trockner werfen.

Zecken unverzüglich entfernen

Je kürzer eine Zecke gesaugt hat, umso geringer ist das Risiko, dass Erreger übertragen werden. Nicht erst auf einen Arzttermin warten, sondern forsch ans Werk: mit einer Splitterpinzette, einer Zeckenkarte, mit einem zur Schlinge geformten Faden oder Haar oder gleich mit einem scharfen Messer abschneiden. Die Zecke hat keinen Kopf. Was eventuell stecken bleibt, ist ein Stück Stechapparat. Von ihm droht keine Gefahr. Die Zecke darf nicht berührt oder gequetscht werden.