„Häufig treten sie bei zu langem Arbeiten vor dem Computer auf oder bei längerem Lesen. Aber auch Umweltreize und das Tragen von Kontaktlinsen können Auslöser sein“, erklärt Dr.med. Beate de Ruiter, niedergelassene Augenärztin in Köln-Bayenthal, mit OP-Abteilung im St. Antonius Krankenhaus in Köln. Die Beschwerden lassen sich meist gut durch Tränenersatzmittel lindern.

„Trockene Augen fühlen sich an, als hätte man ein Sandkorn im Auge. Hinzu kommt ein verstärktes Trockenheitsgefühl, was sich durch Augenbrennen und Jucken äußern kann. Außerdem treten oft gerötete Augen auf, die Augen ermüden schnell. Zudem sind sie gelegentlich stark lichtempfindlich. Bei trockenen Augen kann auch ein Druckgefühl im Auge entstehen.

Trockene Augen können neben externen Reizen auch durch verschiedenste Erkrankungen hervorgerufen werden. Deswegen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten“, rät die Augenärztin. Unter anderem kommen folgende Erkrankungen als Ursache in Frage:

  • Veränderung der Form des Augapfels
  • Bindehautnarben
  • Vitamin A-Mangel
  • Nervenschädigungen
  • Sjögren-Syndrom
  • Hormonelle Erkrankungen

Um das Syndrom der trockenen Augen zu verstehen, muss man die Zusammensetzung des Tränenfilms kennen. Denn mittlerweile weiß man, dass der dreischichtige Tränenfilm aus mehreren hundert verschiedenen Komponenten besteht, wie Eiweißstoffe, Abwehrmoleküle, bestimmte Öle, schleimbildende Substanzen und natürlich aus Wasser. Der Tränenfilm ist also eine sehr komplexe Flüssigkeit. Aus diesem Grund muss der Augenarzt die Zusammensetzung des Tränenfilms genau analysieren. „Der Augenarzt muss sehr fachspezifisch und genau untersuchen. Dazu gehört neben der Untersuchung des Tränenfilms, eine ganz genaue Untersuchung der Augenoberfläche mit der Spaltlampe“, so Dr. de Ruiter.

Trockene Augen richtig behandeln

Tränenersatzmittel sind die Grundlage der Basistherapie. Sie werden auch als sogenannte Filmbildner oder auch als künstliche Tränen bezeichnet. Diese können die natürliche Schutzfunktion des Tränenfilms wiederherstellen. Man muss sie in den Bindehautsack eintropfen. Um die gereizte Augenoberfläche nicht zusätzlich zu belasten, sollte man darauf achten, konservierungsmittelfreie Lösungen zu verwenden. Dr. de Ruiter: „Es gibt mittlerweile sehr moderne und komplexe Tränenersatzmittel, die die Funktion eines gesunden Tränenfilms sehr gut ersetzen und Beschwerden sehr gut lindern können.“

Lidränder nicht vergessen

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Pflege der Lidränder. „Häufig hat auch eine Lidrandentzündung  einen starken Einfluss auf die Qualität der Befeuchtung der Augenoberfläche“, so die Augenärztin. Bei betroffenen Patienten wird einmal am Tag eine Lidrandreinigung empfohlen. Regelmäßige Pflege und Behandlung wird in den meisten Fällen zu einer raschen Besserung der Beschwerden führen. In der Regel handelt es sich bei trockenen Augen allerdings um eine dauerhafte Augenveränderung.