AMD ist bis heute nicht heilbar. Was hat sich bei den Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile getan?

Bei der trockenen AMD lässt sich nach wie vor im Prinzip nur zuschauen; bei der feuchten kann man aber schon etwas machen. Es werden vor allem sogenannte VEGF-Hemmer intravitreal injiziert – das heißt, ein Medikament wird direkt in das betroffene Auge gespritzt.

Das klappt auch ganz gut und kann sogar zu einer deutlichen Sehverbesserung führen. Andere Ansätze, wie die thermische Lasertherapie und die photodynamische Therapie (PDT), können den Verlauf der Erkrankung dagegen nur verlangsamen.

Die optimale Therapie lässt sich aber immer nur im konkreten Einzelfall bestimmen, da kommt es auf das Alter an, auf Art, Lage und Ausdehnung der Gefäßneubildung; außerdem sind die jeweiligen Risiken einer Behandlung in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Eine der neusten Möglichkeiten ist das Einsetzen einer speziellen Kunstlinse ins Auge. Sie haben als Erster dieses Implantat in Bayern verwendet. Wie unterstützt diese Linse die Makula?

Das ist einerseits ziemlich einfach zu verstehen, andererseits ganz schön schwierig zu erklären …

Vielleicht erst mal den einfachen Teil?

(lacht) Gern. Also, die AMD betrifft die Makula – genau die kleine Stelle im Zentrum der Netzhaut, wo das Sehbild scharf wird. Betroffene können also meist noch „ganz gut“ sehen, nur fehlt eben der Fokus, man kann nicht mehr lesen und sieht genau das, was man gerade sehen will, nicht mehr scharf.

Die neuen Linsen sind nun in der Lage, das zentrale Sehfeld gewissermaßen um einige Millimeter zu verschieben. Sobald Netzhaut und Gehirn sich dran gewöhnt haben, sieht man wieder schärfer. Zusammen mit einer Plusbrille lässt sich so ein deutlich verbessertes Sehvermögen erreichen.

Neue Kunstlinse - Die Komplexität überzeugt Patienten und Augenärzte.

Ist doch gar nicht so kompliziert!

Im Prinzip nicht, aber in der Praxis – denn die Linse selbst ist wahnsinnig komplex. Sie wird unglaublich detailliert abgestimmt und unterstützt im Ergebnis die Fähigkeit des Gehirns, die gesündesten Bereiche der Makula zu nutzen, um so das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das ist schon faszinierend. Wenn alle Indikatoren für eine Operation sprechen, lohnt sich die Investition in diese innovative Kunstlinse allemal.

Wie läuft das Einsetzen der Linse ab? Ist das dementsprechend schwierig?

Nein, die eyemax mono™ wird wie bei einer normalen Operation des grauen Stars implantiert.

Wie kommen die Patienten mit der Linse zurecht?

Sehr gut, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase. Die Ergebnisse bei meinen Patienten und jene meiner Kollegen sind sehr vielversprechend.