Bei den Säuglingen kann das dann sogar auf die angeborene Stoffwechselerkrankung cerebrotendinöse Xanthomatose (CTX) hindeuten.

Die häufigste Ursache sind bestimmte Vererbungsmuster, genauso ein Trauma, zum Beispiel durch einen Schlag auf’s Auge. Auch die seltene angeborene Stoffwechselerkrankung cerebrotendinöse Xanthomatose (CTX), eine angeborene Störung des Gallensäurestoffwechsels, kann einen Grauen Star hervorrufen.

Grauer Star und CTX

Bei CTX tritt der Graue Star meist beidseitig und in Kombination mit einem hartnäckigen Durchfall auf. Der Graue Star ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Symptom, um die CTX früh zu diagnostizieren – und mit frühzeitiger Therapie die Lebensqualität der betroffenen Kinder zu verbessern.
Unabhängig davon, ob eine CTX vorliegt oder es eine andere Ursache für den Grauen Star gibt, steht vor einer Therapie jedoch immer die Diagnose.

Leider fällt der Graue Star bei den jungen Patienten jedoch nicht immer auf. „Mögliche Symptome sind, wenn das Kind anfängt zu schielen oder die Reflexe des Auges auf Fotos rechts und links verschieden sind“, sagt Augenarzt Dr. Rolf Stiasny. „Oder das Kind hat eine weißliche Pupille gegenüber der normalen schwarzen.“

Rechtzeitige Kontrolle

Der Experte rät außerdem zu einer rechtzeitigen augenärztlichen Kontrolle. Vor allem wenn es ähnliche Fälle in der Familie gab. „Es passiert häufig, dass sich Kinder in der Kinderarztpraxis ungern an der Vorsorgeuntersuchung beteiligen. Objekte, die sie erkennen sollen, haben sie dann eventuell mit dem gesunden Auge gesehen. Der Augenarzt kann dagegen Veränderungen exakt erkennen.”


In der folgenden Therapie ist eine Operation nicht immer sinnvoll. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von circa 20 Monaten wird auf das Einpflanzen einer künstlichen Linse oft verzichtet. Denn das Augenwachstum ist noch nicht abgeschlossen.

Komplexe Operation

„Manchmal ist die OP auch nicht notwendig, wenn sich die Trübung nicht im Zentrum befindet“, so Stiasny. „Sie liegt dann nicht störend in der optischen Achse. Dann wartet man den weiteren Entwicklungsprozess ab.“
Kommt es zur OP, findet sie in der Regel unter Vollnarkose statt, da Kinder währenddessen nicht wie Erwachsene mitarbeiten können. Die OP ist außerdem deutlich risikoreicher und dauert länger.

Wichtige Nachsorge

Aber auch nach der erfolgreichen OP ist die Therapie nicht abgeschlossen. „Es sollte regelmäßig kontrolliert werden“, so Stiasny. So wie eine CTX diagnostiziert werden kann, ist auch in der Folge ein Nachstar oder Grüner Star möglich. Hier sind dann wieder die Eltern gefragt – und sollten ein waches Auge haben.