Ganz Deutschland kennt Ihre Augen. Wie kam es dazu?

Ich bin ausgebildeter Schauspieler und wurde aus einer Kartei ausgewählt. Es wurden präg-nante Augen für den Vorspann einer neuen ARD-Reihe gesucht. In meinen wurden diese gefunden. Bei diesem Tagesjob rannte ich auf dem damaligen Münchner Flughafen in Riem wieder und wieder auf dem Asphalt hin und her, während meine Beine gefilmt wurden. Damals war ich noch keine 30 Jahre alt und schrieb quasi Fernsehgeschichte (lacht).

Dass aus diesem „Pilotfilm“ vom Tatort die erfolgreichste und bekannteste Krimiserie im deutschen TV werden würde, haben Sie damals sicher noch nicht geahnt.

Nein, natürlich nicht. Hätte ich gewusst, was das für Ausmaße annimmt, hätte ich die Gage in Höhe von 400 Mark natürlich nicht akzeptiert. Ich habe auch zweimal erfolglos versucht, Ansprüche geltend zu machen – im Nachhinein ist das jedoch so gut wie unmöglich.

Hat sich die ARD dennoch mal erkenntlich gezeigt?

Ich durfte mal eine Dreitagesrolle in „Der Pott“ an der Seite von Götz George als Horst Schimanski spielen – am Ende war ich aber wieder nur die Leiche.

  Horst Lettenmayer - heute.

Wurden Ihre Augen schon einmal auf der Straße erkannt?

Nein, das ist noch nie vorgekommen. Spannenderweise geht es genau um dieses Thema in meiner Biografie „Weit hinter den Augen“. Hier beschäftigen die Autorin und ich uns unter anderem genau mit dieser Frage: Wiedererkennbarkeit von Menschen anhand der Augen. Die Antwort: Es gibt sie nicht.

Aber man sagt doch immer, dass die Augen der Spiegel zur Seele sind.

Das mag auch so sein, und man kann sich ja sprichwörtlich auch in den Augen eines Menschen verlieren, sich in sie verlieben und über sie vielleicht auch ein Stück weit in die Seele blicken. Einen Menschen nur an der Form und Farbe der Augen wiedererkennen kann man jedoch nicht.

Der Tatort hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Warum wird Ihrer Meinung nach der Vorspann nicht erneuert?

Die Leute wollen halt meine Augen sehen (lacht herzlich).