Gleitsichtbrillen sind oft teuer, lästig und liefern eventuell ein verzerrtes Bild. Multifokale Kontaktlinsen, genauso lästig, können am Auge langfristig Schäden hervorrufen und beim Sehen kann es Kompromisse geben. Von trockenen Augen ganz zu schweigen.

Hier gibt es nun seit 2017 ein ganz neuartiges implantierbares Linsensystem auf dem deutschen Markt, die IPCL (implantierbare phake Contactlinse) für ein brillenfreies Sehen für Fern und Nah. Die Erstimplantation wurde in Deutschland im April 2017 von mir in Ulm durchgeführt. Diese neue implantierbare multifokale Linse zeichnet sich dadurch aus, dass die körpereigene Linse erhalten bleibt – anders als beim herkömmlichen und bewährten Linsentausch.

Die IPCL ist eine dünne und flexible Folie aus medizinischem Kunststoff und lässt sich in einem kurzen ambulanten Eingriff behutsam und sicher direkt vor die körpereigene Linse ins Auge einsetzen. So lassen sich alle Arten von Fehlsichtigkeit und zusätzlich die Alterssichtigkeit korrigieren und es wird eine Brillenfreiheit für Fern und Nah erzielt. Da der Eingriff Erfahrung und chirurgisches Geschick bedarf, ist die Auswahl des Augenchirurgen entscheidend.

Die erste ICL wurde 1993 implantiert und das Linsendesign seitdem weiter optimiert.

Jeder Eingriff am Auge ist immer angstbesetzt und erfordert viel Vertrauen in den behandelnden Arzt. Das Einsetzen von korrigierenden Linsen darf kein Risiko oder größeren Kompromiss darstellen, sondern soll die Lebensqualität enorm erhöhen. Auch die schon lange Jahre bewährte Visian ICL Linse wird in nächster Zeit als Variante für Ferne und Nähe auf den Markt kommen.

Das Einsetzen solcher Linsensysteme ist erprobt und sicher. Die erste ICL wurde 1993 implantiert und das Linsendesign seitdem weiter optimiert. Diese Korrektur von Fehlsichtigkeit hat sich bewährt, auch als Alternative zum Augenlasern. Die Höhe der Korrektur reicht bis 18 Dioptrien Kurzsichtigkeit bei der ICL; mit der IPCL lassen sich sogar noch höhere Fehlsichtigkeiten ausgleichen. Die neuen multifokalen Optiken vereinen nun dieses bewährte Korrekturprinzip mit der Brillenunabhängigkeit für Ferne und Nähe.

Wann welche Korrektur der Alterssichtigkeit?

Soll das Implantieren einer multifokalen Optik, die Ferne und Nähe abbilden kann, im Rahmen eines Tauschs gegen die eigene Linse erfolgen oder als Zusatzlinse zur eigenen Linse?

Hier spielen emotionale Aspekte beim Patienten eine ebenso große Rolle wie die medizinischen Voraussetzungen. Besteht erst eine beginnende Alterssichtigkeit bei einem Alter zwischen 40 und 55, so schließt sich mit der multifokalen IPCL beziehungsweise der künftig verfügbaren entsprechenden ICL eine lange bestehende Lücke. Eine solche Implantation kann einen Linsentausch, bei dem die eigene Linse entfernt wird, um viele Jahre aufschieben.

Ein Linsentausch als Alternative macht aber spätestens dann mehr Sinn, wenn die Alterssichtigkeit fortgeschritten ist (meist ab dem 55. Lebensjahr) beziehungsweise die Linse sogar schon trübe wird (grauer Star oder Katarakt). Dann ist der Linsentausch mit Einsetzen einer multifokalen Optik die dauerhaftere und sinnvollere Lösung. Hierfür gibt es sehr gut funktionierende Linsensysteme verschiedener Hersteller.