Denn auch dieses optische Präzisionswerkzeug ist natürlich vor Krankheiten nicht gefeit.

Die Mediziner stehen angesichts des demografischen Wandels mit ansteigenden Patientenzahlen außerdem vor neuen Herausforderungen: Gerade im Alter, in dem Bewegungsfähigkeit und Hörvermögen merklich nachlassen, kommt einem guten Sehvermögen mehr Bedeutung zu. So tragen laut einer Schätzung rund 64 Prozent der erwachsenen Deutschen beziehungsweise 40 Millionen Menschen eine Brille. Vom 60. Lebensjahr an beträgt der Anteil sogar 93 Prozent.

Moderne Methoden

Viele Betroffene verbinden eine Operation am feinen und sensiblen Organ Auge fälschlicherweise noch mit einem schmerzhaften Eingriff. Dabei sind aktuelle Verfahren praktisch schmerzfrei, zum Beispiel dank ultrafeiner Lasergeräte und -diagnostik sowie moderner Mikrochirurgie. Kaum ein Fachgebiet der Medizin hat in letzter Zeit einen solch rapiden Wandel von der stationären zur ambulanten Medizin vollzogen wie die Augenheilkunde.

Bildgebende Diagnose

Beispielsweise lassen sich mit bildgebenden Diagnoseverfahren wie der Retinatomografie (HRT) oder der optischen Kohärenztomografie (OCT) Sehnerven- und Netzhauterkrankungen erkennen – lange bevor der Patient selbst Symptome bemerkt. Bei der Katarakt-OP tauscht der Mediziner die eingetrübte körpereigene Linse gegen ein Implantat aus und stellt so das Sehvermögen wieder her.

LASIK-OP

Die bekannteste Augenlaseroperation ist inzwischen die LASIK-Augen-OP: Sie wird in Deutschland bereits seit den 1990er-Jahren praktiziert. Rund 150.000 Eingriffe werden allein hierzulande jährlich verzeichnet. Für Betroffene bedeutet sie vor allem die Aussicht auf ein Leben ohne herausnehmbare Kontaktlinsen oder Brille.

Aber auch erste Erfolge in der Gentherapie vermelden die Experten. Zu erwarten ist zudem, dass die Forschung weitere innovative Medikamente entwickelt. Diese bringt der Arzt dann dort operativ ein, wo sie wirken sollen – nämlich direkt im Auge.