Sie haben sich vor circa sechs Monaten verletzt. Was ist genau passiert?

Ich war gerade mitten in einer Trainingssession vor der australischen Küste, als mir nach einem Sprung aus rund sechs Meter Höhe der hintere Fuß bei der Landung aus der Schlaufe rutschte.

Durch die Wucht des Aufpralls verdrehte sich mein rechtes Knie, wodurch das Kreuzband und das Innenband rissen, außerdem wurde der Meniskus beschädigt. Zuerst habe ich davon kaum etwas gespürt, da mich die Strömung zu einem Strandabschnitt mit scharfen Steinen trieb. Zum Glück zogen mich ein Freund sowie ein Kitesurfer, der zufällig alles mitbekam, gemeinsam aus dem Wasser.

Wann haben Sie den Grad der Verletzung realisiert?

Am Strand angekommen, merkte ich, dass mit meinem Knie etwas nicht stimmte. Ich konnte nicht auf meinem rechten Fuß auftreten, aber durch den Schock und das kalte Wasser blieben die Schmerzen erträglich.

Die ungefähre Dauer der Verletzungspause schätzte bereits der Arzt in Perth auf sechs bis neun Monate.

Auf der 200 Kilometer langen Autoreise zum nächsten Arzt begannen die Schmerzen. Dieser diagnostizierte allerdings keine Verletzung.

Über einen australischen Freund erhielt ich einen Termin bei einem anderen Arzt, wofür wir ins 800 Kilometer entfernte Perth reisten. Dieser hat schließlich die Verletzung erkannt. Ab da war mir erst richtig klar, dass es ein schlimmer Unfall war. Ich bin schnellstmöglich nach Hamburg geflogen, um mich dort weiter behandeln zu lassen.

Wie war der Moment der Diagnose, als Sie erfahren haben, dass Sie erst einmal eine Pause vom Surfen nehmen müssen?

Die ungefähre Dauer der Verletzungspause schätzte bereits der Arzt in Perth auf sechs bis neun Monate. Zunächst fühlte ich mich regelrecht leer, dann kam die Wut. Ich wusste nicht, wieso ausgerechnet mir diese Verletzung passiert – gerade als ich auf dem besten Weg war, meine absolute Topform zu erreichen. Zum Glück waren meine Freundin und mein Vater mit mir in Hamburg, sodass ich die erste Zeit nach der Operation relativ gut überstanden habe.

Wie lang war die Pause, die Sie einlegen mussten?

Insgesamt fiel ich über sieben Monate durch die Verletzung aus. Ich kann mich dennoch glücklich schätzen, so schnell wieder auf dem Wasser zu stehen. Bereits seit Februar trainiere ich wieder mit meinem Windsurf-Equipment.

Wie sah Ihr Alltag während der Zwangspause aus?

Dank der Unterstützung meines Sponsors Red Bull, der mir auch mental in der schwierigen Zeit nach der Verletzung half, durfte ich sehr schnell mit hilfreichen Reha-Maßnahmen auf Teneriffa beginnen.

Ich war absolut fokussiert auf meine Regeneration. Zwischen den Behandlungen und Trainingseinheiten nutzte ich die Zeit dazu, mich noch weiter mit der richtigen Ernährung, Videoschnittprogrammen für meine Videos und dem Sportbootführerschein zu beschäftigen.

Was haben Sie am meisten vermisst?

Am meisten habe ich meine Bewegungsfreiheit vermisst: Anstatt einfach windsurfen zu gehen oder die Laufschuhe zu schnüren, musste ich mich ganz langsam an den Sport herantasten. Ansonsten fehlte mir besonders das Wasser. Es ist mein liebstes Element, schon als Kind war ich täglich im Wasser. Im Jugendbereich gewann ich sogar mal den kanarischen Meistertitel im Freistilschwimmen.

Was ist Ihr persönliches Fazit der Verletzung und der Pause?

So eine Phase möchte ich nicht noch einmal durchmachen. Ich genieße jetzt jede Trainingseinheit noch intensiver als vor der Verletzung und sehe meine Gesundheit nicht als selbstverständlich an.

Seit einiger Zeit trainiere ich wieder auf dem Wasser und mache täglich Fortschritte.

Außerdem zeigt so ein Rückschlag, wie wichtig Freunde und Familie sind, die zu einem halten. Auch meine Fans haben mir viel Mut zugesprochen und so einen großen Beitrag dazu geleistet, dass ich wieder so schnell auf meinem Windsurfboard stehe. Ich bin wirklich glücklich, so eine tolle Unterstützung von allen Seiten erhalten zu haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Seit einiger Zeit trainiere ich wieder auf dem Wasser und mache täglich Fortschritte. Mittlerweile stehe ich bereits Sprünge im Training. Beim Auftakt der PWA World Tour im Juli auf meiner Heimatinsel Gran Canaria feiere ich mein Comeback, bis dahin möchte ich komplett austrainiert sein. Das ist für den Wettbewerb hier vor Gran Canaria besonders wichtig, denn es herrscht meist ein sehr starker Wind, was extreme Bedingungen hervorruft – also genau so, wie ich es am liebsten mag!