Herr Eitel, Sie sind jetzt 19 Jahre alt und schon ein Ausnahmetalent. Wann und warum haben Sie mit dem professionellen Leichtathletiktraining angefangen?

Vor 13 Jahren meldeten mich meine Eltern erstmals in einem Leichtathletikverein an. Schon damals war ich ein großer Sport-enthusiast, der Leichtathletik bin ich bis heute treu geblieben. Richtig professionell wurde das Training mit dem Wechsel zum SSV Ulm nach meinem Abitur vor eineinhalb Jahren.

Was waren auf dem Weg hierher Ihre größten Herausforderungen?

Rein sportlich gesehen war es bestimmt die größte Herausforderung, zwei Verletzungen zu überstehen. Während der Schulzeit genügend Zeit zum Lernen zu finden, zu entscheiden, welche Hobbys parallel noch gepflegt werden können, die Entscheidung, einigen Freizeitaktivitäten den Rücken zu kehren, das waren bislang die größten Herausforderungen.

Wie gehen Sie persönlich mit Verletzungen und Schmerzen um?

Ein Aspekt, der mir in Ulm sehr gut gefällt, ist das vorhandene Netz von Ärzten. Es gewährleistet eine professionelle Zusammenarbeit mit uns Sportlern. Im Verletzungsfall wird genau analysiert und mit Ärzten und Physiotherapeuten der kommende Weg geplant.

Es ist natürlich unbeschreiblich, als Zehnkämpfer in einer „fremden“ Disziplin plötzlich so erfolgreich zu sein.

Bloßes Auskurieren reicht nicht, die körperliche Form muss aufrechterhalten und neues Alternativtraining auf die Beine gestellt werden. Im Trainingsalltag häufen sich Arzt- und Physiobesuche. Dankbar bin ich auch, dass uns Sportlern oft sehr gute, neu entwickelte Methoden der Verletzungstherapie und Rehabilitation zur Verfügung stehen. So hatte ich auch nach meiner Knöchelverletzung im März das Privileg, mit einer Kernspinresonanztherapie rasche Genesungsschritte zu erzielen.

Sie zählen aktuell zu den besten Männer-Sprintern in Deutschland und belegten Platz 14 bei der Weltmeisterschaft in Ihrer Altersklasse. Was ist das für ein Gefühl?

Es ist natürlich unbeschreiblich, als Zehnkämpfer in einer „fremden“ Disziplin plötzlich so erfolgreich zu sein, dass es für eine Weltmeisterschaftsteilnahme reicht und ich durch die Staffel sogar im Besitz einer Medaille bin! Dieses Saisonergebnis ist für mich unglaublich.

Angesichts dieses Erfolgs im Sprint: Überlegen Sie, dauerhaft dem Zehnkampf den Rücken zu kehren und die Sprinterkarriere weiterzuverfolgen?

Nein, daran denke ich nicht im Geringsten. Mittlerweile wurde ich auch wieder in den Zehnkampfkader berufen und bin dafür sehr dankbar. Meine Leidenschaft ist der Zehnkampf. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Insofern brenne ich natürlich auf meinen nächsten Zehnkampfauftritt! Doch natürlich hoffe ich, die Spezialisten möglichst noch eine Weile kitzeln zu können.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne für die Zukunft aus?

Momentan läuft meine Bewerbung für die Sportfördergruppe der Bundeswehr, durch die ich hoffe, den Rücken für die kommende Saison frei zu haben. Langfristig interessiert mich das Karriereangebot bei der Bundespolizei in Kienbaum, das eine gute Absicherung für Sportler verspricht und ihnen eine gestreckte Ausbildung für den späteren Alltag als Bundespolizist anbietet.