Aufgrund einer Bandscheibenvorwölbung litt Anne-Kristin R. 2002 erstmals unter starken Rückenschmerzen. Nach intensiver Physiotherapie schien zunächst Besserung einzutreten.

2010 verhob sich die gelernte Kinderkrankenschwester während der Arbeit und es folgten viele Jahre voller Schmerzen und ohne Aussicht auf Besserung. Erst 2015 fand sie Hilfe.

Die Schmerzen wurden eigentlich nur schlimmer, zogen bis in die Beine, und es traten erste Lähmungserscheinungen auf

Als gelernte Kinderkrankenschwester war es Anne-Kristin R. gewohnt, sich während der Arbeit körperlich anzustrengen, bis 2002 hatte sie jedoch keine Probleme. Zu jener Zeit trat eine Bandscheibenvorwölbung auf, welche die junge Frau dank regelmäßiger Physiotherapie zunächst bewältigen konnte.

„Mitte 2010 hatte ich dann während der Arbeit das Gefühl, dass mir die Bandscheibe rausgerutscht ist“, erläutert die damals 38-Jährige. Bei einer MRT-Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um einen fortgeschrittenen Bandscheibenvorfall handelte.

Bereits kurz darauf unterzog sie sich der Operation. Etwa acht Wochen nach dem Eingriff begann ihre Wiedereingliederung in den Beruf – leider erfolglos. „Die Schmerzen wurden eigentlich nur schlimmer, zogen bis in die Beine, und es traten erste Lähmungserscheinungen auf“, erzählt sie.

„Es folgten erneut physiotherapeutische Maßnahmen. Ohne Morphin ging meist nichts mehr.“ Um Anne-Kristin R. endlich von ihren Schmerzen zu befreien, riet ihr Arzt zu einem weiteren Eingriff.

Nach dieser erneuten Operation kamen jedoch neuropathische Schmerzen hinzu, deren Ursache in einer Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems liegt. Die Beschwerden reichten bis in Beine und Füße. „Es fühlte sich an, als ob jemand ein heißes Bügeleisen auf meinen Fuß stellt“, beschreibt sie ihre damalige Situation.

Mitte 2015 erzählte ihr der behandelnde Arzt dann von einer Schmerztherapie, der sogenannten Neurostimulation. Daraufhin vereinbarte Anne-Kristin R. auf Empfehlung einen Termin bei Dr. Athanasios Koulousakis in der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie im Universitätsklinikum Köln.

„Bei diesem speziellen Verfahren kommt die sogenannte Burst-Stimulation zum Einsatz. Hierbei werden elektrische Impulse salvenartig abgegeben, um die Schmerzweiterleitung zu unterbrechen. In Kombination mit konventioneller tonischer Stimulation stellt die Burst-Stimulation einen ganzheitlichen Ansatz zur Schmerzbehandlung dar“, erläutert Dr. Koulousakis.

Dank des Neurostimulators kann ich endlich wieder längere Zeit spazieren gehen

„Von dem kleinen Implantat in der Größe einer Streichholzschachtel werden über dünne Kabel schwache elektrische Impulse an die Nerven im Rückenmark abgegeben, welche für die Schmerzweiterleitung der betroffenen Areale zum Gehirn verantwortlich sind.

Zwar wird bei diesem Verfahren die eigentliche Ursache des Schmerzes nicht behoben, aber die Beschwerden werden deutlich und dauerhaft gelindert.“ Anne-Kristin R. entschied sich für den Eingriff und konnte bereits nach einem kurzen stationären Aufenthalt wieder nach Hause.

„Dank des Neurostimulators kann ich endlich wieder längere Zeit spazieren gehen“, freut sich die 44-Jährige. „Davon hätte ich bis zu diesem Eingriff nicht mehr zu träumen gewagt.“