Herr Bauer, haben Sie heute schon Yoga gemacht?

Ja, nach dem Aufstehen, 21-mal den Sonnengruß.

Yoga ist nicht gerade der typische Männersport.

Als Jugendlicher habe ich Judo gemacht und mich darüber mit der asiatischen Judophilosophie beschäftigt. So hat sich mein Interesse für die asiatische Philosophie weiterentwickelt.

1998 bin ich dann nach Thailand geflogen, um Tai-Chi zu erlernen. Mein Lehrer bestand darauf, dass wir morgens erst meditieren, dann Yoga machen und zum Schluss die Tai-Chi-Übungen. Bei Dreharbeiten auf Tahiti kam ich etwas später mit einer deutschen Yogalehrerin in Kontakt. Am Anfang war ich etwas skeptisch, habe dann aber gemerkt, dass es mir und meinem Körper guttut und ich weniger Schmerzen hatte. Heute bin ich sogar schmerzfrei.

Welche Schmerzen meinen Sie?

Rückenschmerzen.

Hatten Sie sehr damit zu tun?

Ganz extrem sogar, teilweise war es so schlimm, dass ich eine Spritze vom Arzt brauchte, um mich überhaupt wieder bewegen zu können. Das war ziemlich häufig, und wenn dann noch vermehrt Stress dazukam, dann wurde der Rücken mehr und mehr zur Schwachstelle.

Woher kommen Ihre Rückenprobleme?

Ich habe von 1993 bis 1997 „Gegen den Wind“ in Sankt Peter-Ording gedreht. Und als die „Profi-Surfer“, die wir damals versuchten darzustellen, sind wir natürlich immer barfuß im kalten Sand gelaufen, stundenlang. Wenn man das wochenlang macht, zieht die Kälte irgendwann in den Körper und setzt sich dort fest. Dann kommt noch der Stress dazu, und dadurch hat meine Rückenmuskulatur irgendwann zugemacht.

Wenn das dann nicht richtig auskuriert wird, kann es sich zu einer schmerzhaften Schwachstelle entwickeln, wie das bei mir der Fall war. Schließlich konnte ich nicht einfach die Dreharbeiten vernachlässigen.

Sie sagten, heute sind Sie schmerzfrei. Nur durch Yoga?

Beim Rücken kommt es immer auf zwei Faktoren an: Stabilität und Beweglichkeit.

Bitte nennen Sie unseren Lesern eine einfache Übung gegen Rückenschmerzen.

Gern. Oft hilft es schon, sich einfach mal aufrecht hinzusetzen, die Arme auf dem Rücken zu verschränken und diese Position zu halten. Entscheidend ist dabei die Atmung, denn alle Yogaübungen sind immer mit Ein- und Ausatmen verbunden. Durch die Verbindung aus Bewegung und Atmung bildet sich eine Art Luftkissen, das im Rücken eine Art Schutzpolster aufbaut. Und das – Atmung und Bewegung –  hat mir sehr geholfen gegen die Rückenschmerzen.

Kann Yoga Krankheiten vorbeugen?

Mir fällt auf, dass besonders in den letzten Jahren Yoga auch in unseren Breiten immer populärer wird. Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass der Druck auf unsere Gesellschaft immer größer wird. Immer mehr Leute klagen über Probleme - Frauen, Männer und immer häufiger auch Kinder, aufgrund vermehrter schulischer Belastung. Zudem sitzen immer mehr Menschen im Büro, bewegen sich kaum noch und wenn, dann im Fitnesscenter, wo dann nebenbei auch noch Fernsehen geguckt wird.

Das Auf-sich-konzentrieren ist heutzutage einfach ein bisschen schwierig geworden, es wäre aber wichtig, da der Körper einem immer Signale gibt, wenn etwas nicht stimmt. Das Prinzip von Yoga ist genau das Gegenteil. Yoga geht nach innen, und wenn eine Philosophie mit dem Sport einhergeht, ist das gut, um Stress wirklich abzubauen und diesen nicht nur zu verdrängen – und das ist wiederum gut für die Gesundheit.

Neben dem Yoga interessieren Sie sich auch für tibetische Heilmedizin. Warum?

Weil sie mehr ist als nur Medizin, sondern eine Weltanschauung. Die tibetische Heilmedizin sagt: Was die Sachen mit uns äußerlich machen, machen sie auch mit uns innerlich. Ich finde, das ist eine sehr einfache, aber auch sehr effiziente Art der Medizin, die über Jahrhunderte immer weiterentwickelt wurde.

Schließen Sie die Schulmedizin komplett aus?

Nein, ich sehe die tibetische Medizin eher als eine Art Erweiterung, um andere Wege als den der Chemiekeule zu entdecken.

Und welche Rolle spielt Ernährung in Ihrem sehr bewussten Leben?

Eine sehr große.

Wie sieht denn Ihr Essverhalten aus?

Ich benötige tierisches Eiweiß, um gesund zu sein, versuche aber, einen ausgewogenen Wechsel hinzubekommen, also nur ein- bis zweimal pro Woche Fleisch zu essen. Zudem mache ich einmal im Jahr eine Fastenkur, bei der ich sechs Wochen lang auf Fisch, Fleisch und Alkohol verzichte. Im Alltag versuche ich, auf meinen Körper zu hören, ganz nach dem Motto „Ich esse, wonach mir ist”, so gebe ich meinem Körper das, was er braucht, und er gibt mir die Energie, die ich brauche.

Bitte gehen Sie näher auf das Thema Energie ein.

Das hat sehr viel mit Magneten zu tun, denn sie haben eine gewisse Wirkung auf den Körper, sind gut für die Blutzirkulation, besonders auch dann, wenn man eine Schwachstelle hat, beispielsweise einen Schmerz im Rücken. Dort könnte man die Blutzirkulation durch spezielle Massagen oder eben bestimmte Magneten, wie es sie jetzt auch in Schmuck gibt, fördern. Schlussendlich muss jedoch jeder für sich selbst herausfinden, was für seinen Körper gut und was schlecht ist.

Haben Sie ein aktuelles Projekt?

Ja, ich bin gerade auf dem Weg nach Indien, wo ich drei Monate bleiben werde.

Was machen Sie dort?

Ich bin für Recherchen für ein neues Buch dort, in dem es sich über Ernährung aus tibetischer/ayurvedischer Sicht und parallel dazu über Yoga drehen wird. Wie durch den Zusammenhang von beidem Probleme im Körper von außen und innen gebessert oder sogar geheilt werden können, ist der Hauptinhalt des Buches, was im kommenden Jahr auf der Frankfurter Buchmesse erscheinen wird.

Vielen Dank für das sehr interessante Interview.