Ursachen sind erhöhte Belastungen wie bei Übergewicht, Unfällen, Fehlstellungen oder Knochenerkrankungen. Naturgemäß sind ältere Personen häufiger betroffen, so leiden etwa zwei Drittel der Menschen über 65 Jahre an einer Arthrose.

Auch die Zahl künstlicher Gelenke hat sich deshalb gleichsam in den letzten Jahren erhöht. Allein in der BRD wurden fast 390 000 /pro Jahr künstliche Knie- und Hüftgelenke bei fortgeschrittenem Verschleiß oder Knochenbrüchen in 2013 implantiert. Der größte Teil der Patienten ist sehr zufrieden mit seinem Kunstgelenk. Bei einer sehr kleinen Anzahl bilden sich jedoch Allergien auf die implantierten Materialien.

In der Bevölkerung besteht eine mehr oder weniger ausgeprägte Sensibilisierung gegenüber Nickel von 13.1 %, Chrom 1% und Kobalt ca. 3 %, wobei das weibliche Geschlecht häufiger betroffen ist. Trotz dieser recht hohen Sensibilisierungsrate sind echte allergische Reaktionen auf orthopädische oder unfallchirurgische Implantate selten, nichtsdestotrotz aber beachtenswert. Zu einer Provokation der Allergene kann es über Nahrungsmittel, Modeschmuck und Piercings kommen.

Die verwendeten Endoprothesen enthalten aufgrund hoher Stabilitätsvorgaben in geringen Mengen Chrom-Kobalt-Molybdän Legierungen oder Stahl bzw. Titanlegierungen. Für die Gleitflächen werden Polyethylen oder hochwertige Kunststoffe eingesetzt. Metall-Metall Gleitpaarungen werden nur noch selten verwendet. Weiterhin wird Knochenzement zur stabilen Verankerung eingesetzt.

Gegen diese Substanzen können sich allergische Reaktionen ausbilden, die sich u.a. durch eine Hautreaktion mit Rötung oder einem Ekzem zeigen können. Diese müssen aber von Routineanpassungsvorgängen an das Kunstgelenk oder Infektionen abgegrenzt werden. Dies kann durch klinische Blutuntersuchungen und einem Lymphozytentransformationstest (LTT) differenziert werden. Hauttests haben nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit.

Eine Alternative bei Vorliegen von Allergien stellen keramisch beschichtete oder nicht-allergische Implantate aus Titan/ bzw. Zirkonium-Niob (Oxinium) Verbindungen dar (Abb. 1). Diese Sonderimplantate sollten aufgrund noch fehlender Langzeitstudien jedoch nicht primär, sondern nur bei nachgewiesenen Allergien eingesetzt werden.