In den vergangenen Jahren gewinnen die minimalinvasiven Techniken zunehmend an Bedeutung. Sie können bei unterschiedlichen Operationen an der Wirbelsäule eingesetzt werden.

Hierzu gehören die Entfernung von Bandscheibenvorfällen an der Hals- und Lendenwirbelsäule, die Erweiterung des Wirbelkanals bei Spinalkanalstenose oder auch die Stabilisierung einzelner Wirbelsäulenabschnitte bei Instabilitäten. Einen besonderen Stellenwert haben minimalinvasive Operationsverfahren bei der Stabilisierung von Wirbelkörperbrüchen. Diese Brüche können einerseits nach Unfällen auftreten, andererseits durch Erkrankungen wie Osteoporose oder chronische Entzündungen bedingt sein.

Ob ein offenes oder ein minimalinvasives Operationsverfahren gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Bei Patienten, die unter Tumorerkrankungen leiden, kommt es in einigen Fällen zur Absiedlung von Tumorzellen in die Wirbelkörper. Manchmal ist dann eine stabilisierende Operation notwendig.

Die Vorteile der minimalinvasiven Operationsmethoden gegenüber den offenen Verfahren sind in der Fachliteratur gut herausgearbeitet worden.

Hierzu zählen insbesondere kleinere Operationsnarben, ein erheblich reduzierter Blutverlust sowie ein deutlich geringeres Operationstrauma der die Wirbelsäule umgebenden Muskulatur. Hierdurch schreitet die Erholung der Patienten nach der Operation schneller voran und das Risiko von Wundheilungsstörungen ist vermindert. Ferner ist der Krankenhausaufenthalt in der Regel nach minimalinvasiven Operationen verglichen mit den offenen Operationsverfahren kürzer. Es gibt Hinweise darauf, dass Patienten nach minimalinvasiven Stabilisierungen von Wirbelkörperfrakturen schneller an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können als nach offenen Verfahren.

Wenn im Fall einer Instabilität von Wirbelkörpern aufgrund einer Tumorerkrankung eine Stabilisierung durchgeführt werden muss, bietet gerade der reduzierte Blutverlust nach minimalinvasiven Operationen für den Patienten entscheidende Vorteile.

In der Fachliteratur wurde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Blutverlust während der Operation und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens weiterer Tumoransiedlungen nachgewiesen. Minimalinvasive Stabilisierungsverfahren können demzufolge von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf der Erkrankung sein.

Ob ein offenes oder ein minimalinvasives Operationsverfahren gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind hierbei das vorliegende Krankheitsbild und die persönliche Routine des Operateurs. Es bedarf einiger Jahre, bis minimalinvasive Operationsverfahren sicher beherrscht werden. In der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau werden alle minimalinvasiven Operationsverfahren an der Wirbelsäule von einem erfahrenen Team um den Chefarzt PD Dr. Stefan Lakemeier in hoher Frequenz seit Jahren durchgeführt.