Da sie das zentrale tragende Konstruktionselement des Menschen ist, sind die knöchernen Wirbelkörper gleichzeitig stabil und beweglich über Bänder und Bandscheiben miteinander verbunden. Vor allem bei Osteoporose-Patienten kann eine verringerte Knochendichte schmerzhafte Wirbelkörperbrüche hervorrufen. Solche Brüche führen zu einer Verkürzung und Verformung der Wirbelsäule. In der Folge ist die Mobilität der Betroffenen eingeschränkt und die Lebensqualität stark gemindert. In Deutschland sind jährlich circa 75.000 Patienten, meist Frauen, davon betroffen.

Für die Behandlung von Wirbelkörperbrüchen stehen seit einigen Jahren moderne Verfahren der Medizintechnologie zur Verfügung. Ein Beispiel: die Ballonkyphoplastie. Bei ihr wird über einen sehr schmalen Schnitt ein „Kanal“ zum eingebrochenen Wirbelkörper gelegt. Durch diesen wird ein spezieller Ballon mittels Katheter in den Wirbel eingeführt. Der Ballon dehnt sich vorsichtig aus und stellt die Höhe des zusammengefallenen Wirbelkörpers wieder her. Es entsteht ein Hohlraum, der mit Zement aufgefüllt wird. Der Knochen wird dadurch gestützt, die Fraktur stabilisiert und der Wirbelkörper kann in natürlicher Stellung verheilen.

Eine Weiterentwicklung ist die Radiofrequenz-Kyphoplastie. Dank der Zugabe von Radiofrequenzenergie erreicht hier der Zement eine sehr hohe Viskosität. So lässt sich das Risiko von Zementaustritten in den sensiblen Bereichen minimieren und der Wirbel kann ohne zusätzliche Maßnahmen stabilisiert und aufgerichtet werden.