Der Stütz- und Bewegungsapparat  zählt zu den Bereichen unseres Körpers, die am häufigsten von Schmerzen betroffen sind. Die Behandlung akuter und chronischer Schmerzen ist daher eine wichtige Aufgabe in der Orthopädie. Frau Dr. med. Meßmer, Chefärztin im Zentrum für konservative Orthopädie, Rehabilitation und spezielle Schmerztherapie der Schön Klinik München Harlaching erläutert, was man unter konservativer Therapie versteht, was sie leisten kann und für wen sie in Frage kommt.

Was muss man sich unter einer konservativen Therapie vorstellen?

Als konservative Therapie in der Orthopädie versteht man die Behandlung von Muskel- und Skeletterkrankungen mit Hilfe von Medikamenten, Physiotherapie, physikalischer Therapie und Bewegungstherapie. Um individuell für jeden Patienten die bestmögliche Behandlungsstrategie erstellen zu können, erfolgt zunächst eine präzise Diagnose und ein individuelles Behandlungskonzept. Wir kombinieren unterschiedliche Diagnoseverfahren und erhalten so ein ganzheitliches Bild des Patienten. In unserem Therapie- und Trainingszentrum führen wir funktionelle Tests, Fußdruckanalyse, Ganganalyse sowie eine Stoffwechselanalyse durch.

Ebenso werden die Sensomotorik und Symmetrie getestet. All das gibt uns Aufschluss über die Mobilität, Stabilität und Funktionalität des Patienten. Diese sogenannte Medical Analysis zur Ermittlung des Ist-Zustandes kommt aus dem Leistungssport. Ergänzend dazu liefern uns die Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), Ultraschalluntersuchungen und die Knochendichtemessung wichtige Daten. Die Patienten profitieren davon, dass wir in der Schön Klinik München Harlaching alles unter einem Dach haben. Kurze Wege für die Patienten, schnellere Ergebnisse für uns. Im Anschluss daran, entwickeln wir in einem interdisziplinären Team den individuellen Therapieplan für den Patienten.

Wie sieht ein typischer Therapieplan aus?

Das kann man nicht pauschal beantworten, sondern es kommt immer auf den Einzelfall an. Wir können bei uns auf eine große Bandbreite von Fachwissen und Therapiemöglichkeiten zurückgreifen, die wir gezielt kombinieren. Bei Funktionsstörungen wie der eingeschränkten Beweglichkeit der Wirbelsäule, Gelenke, Faszien und Muskeln setzen wir die Manuelle Medizin auf den Therapieplan. Dry Needling hat sich bei der Behandlung des sogenannten myofaszialen Schmerzsyndroms bewährt, das entsteht, wenn ein Muskel überlastet ist.

Erkranktes Gewebe wie bei Fersensporn, Kalkschulter oder Tennisarm kann mittels Stoßwellen behandelt werden. Physikalische Behandlungsformen wie Massagen, Reizstromtherapien, Wasseranwendungen oder Wärmepackungen setzen wir in erster Linie ein, um Schmerzen zu lindern. Denn Schmerzfreiheit und eine verbesserte Mobilität sind Grundvoraussetzungen, um in aktive Behandlungsformen wie die Trainings- oder Sportherapie einzusteigen. Die Sport-  Physiotherapeuten und Osteopathen betreuen sowohl unsere stationären als auch ambulanten Patienten.

Bei welchen Arten von Schmerzen bietet sich die konservative Orthopädie an?

In der Orthopädie haben wir es meist mit Schmerzerkrankungen der Gelenke sowie mit Funktionsstörungen nach Sportverletzungen und Unfällen zu tun. Auch Osteoporose ist eine häufige Erkrankung. Die Abwägung, ob operativ oder konservativ behandelt werden soll, ist eine komplexe Entscheidung, die eines Arztes erfordert, der sowohl das Wissen und die Erfahrung im konservativen Bereich als auch in der Chirurgie hat. Ich selber bin sowohl Fachärztin für Orthopädie als auch Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie und besitze die Zusatzbezeichnungen „Spezielle Schmerztherapie, Manuelle Medizin“ sowie „Sozialmedizin“. Neben medizinischen Gründen spielen aber auch die persönliche Situation und der Anspruch des Patienten eine Rolle. Für einen Profisportler mag eine Verletzung nicht hinnehmbar sein, sodass er sich zu einer Operation entschließt. Ein älterer Mensch ohne sportliche Ambitionen dagegen empfindet durch denselben Zustand kaum Einschränkungen in seinem Alltag und scheut meist das Operationsrisiko.

Bedeutet das, Sportler werden eher operiert?

Nein, überhaupt nicht. Als FIFA Medical Centre of Excellence und Medizinisches Zentrum des Olympiastützpunktes Bayern haben wir sogar sehr viele Leistungssportler bei uns, die wir konservativ behandeln und die danach wieder uneingeschränkt an ihre Erfolge anknüpfen. So führte das individuelle Rehabilitationsprogramm den Skispringer Andreas Wellinger wieder zurück an die Weltspitze.

Auch an anderen Schön Klinik Standorten werden Profisportler konservativ behandelt. Die Deutsche Bob- und Skeleton-Nationalmannschaft wird sporttherapeutisch von der Schön Klinik Berchtesgadener Land in Kooperation mit der der Schön Klinik München Harlaching betreut. Die Sport-Physiotherapeuten begleiten die Athleten zu Weltcups und Trainingslagern, bereiten sie mit physikalischen und physiotherapeutischen Maßnahmen auf die Wettkämpfe vor und unterstützen deren Regeneration nach den Rennen. Da wir unsere Erfahrungen standortübergreifend austauschen, profitieren all unsere Patienten von diesem Wissen.

Was ist, wenn Sie feststellen, dass eine Operation unumgänglich ist?

Wenn doch eine Operation nötig sein sollte, so verfügen wir auch über erfahrene Operateure, von denen viele laut FOCUS Gesundheit zum wiederholten Male zu den besten Chirurgen Deutschlands zählen. Bei Rückenschmerzen bietet unser Schön Klinik Rückeninstitut in München und Hamburg zudem ein 360°-Rundum-Konzept, mit dem die Patienten schnell wieder schmerzfrei werden.

Speziell für Gelenkersatz haben wir an der Schön Klinik das innovative Behandlungskonzept Endo Aktiv entwickelt, das den eine raschere Rückkehr in den Alltag ermöglicht. Unsere Chirurgen  für Wirbelsäule, Hüfte, Knie, Hand, Fuß oder Schulter zählen zu den renommiertesten Experten Deutschlands und liegen auf Spitzenplätzen der FOCUS Ärzteliste. Auf diese Expertise können unsere Patienten vertrauen.