Vielleicht nicht direkt – aber diese fünf „Tipps“  könnten helfen, Rückenschmerzen zu lindern oder zu vermeiden.

1. Umgang mit Stress verbessern

Die Vorstellung, dass ein Großteil aller Rückenschmerzen Symptome unbewusster, emotionaler Probleme sind, ist weitverbreitet. Man muss kein Physiotherapeut und auch kein Psychologe sein, um zu sehen, dass schlechte Laune, Trauer, Wut oder Liebeskummer Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden haben – und das nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich.

Wer „gramgebeugt“ durchs Leben geht, schlecht schläft oder nichts isst, verweigert seinem Körper die Nährstoffe, die Ruhe, die Bewegung, die er braucht. Verspannungen und Rückenschmerzen sind die Folge; und man hat oft noch weniger Lust, sich aufzuraffen. Der erste Schritt ist also, sich Ursachen von Stress bewusst zu machen – und anzugehen.

2. Ansprüche und Ziele anpassen

Nr. 1 ist natürlich leichter gesagt als getan: Arbeitszeiten verringern, Beziehung beenden, im Fitnessstudio anmelden, endlich mal wieder zum Pilates gehen. Wir wollen oft viel zu viel – und merken nicht, wie wir uns damit selbst das Leben schwer machen. Denn je höher die Ansprüche – vor allem an uns selbst –, umso höher die Hürde. Wer „nie wieder Rückenschmerzen“ haben, wer „in zwei Wochen zum Traumkörper“ will, programmiert sich schnelle Rückschläge quasi selbst vor. Der zweite Schritt: realistisch sein. Anstatt „jeden Dienstag einen Kilometer schwimmen“ lieber erstmal öfter schwimmen gehen – „gesunden Lebensstil“ kann man lernen!

3. Körpermechanik und Umgebung überprüfen

Natürlich entstehen Rückenprobleme auch oft ganz ohne unser – bewusstes oder unbewusstes - Zutun, weil die Umgebungen, in denen wir leben und arbeiten, keine gute Körpermechanik unterstützen oder die physische Belastung der Wirbelsäule anderweitig erhöhen. Ergonomische Anpassungen können genauso Rückenschmerzen vorbeugen und lindern wie ein bewusster Umgang mit der eigenen Körpermechanik.

Sich regelmäßiges Dehnen und Strecken oder kleine Spaziergänge anzugewöhnen, kostet nichts und hilft viel. Dritter Schritt: Kurzer Alltags-Check: Manch einer von uns sitzt seit Jahren krumm im Büro, nur weil der Tisch ein bisschen zu niedrig ist. Manchmal reicht ein Keilkissen auf dem Autositz, um uns von jahrelangen Schmerzen zu befreien.

4. Lebensstil und Kondition optimieren

Es führt kein Weg daran vorbei: Rückenschmerzen haben natürlich viel mit unserer Kondition zu tun. Übergewicht kann zu Wirbelsäulenkompression führen. Weniger Muskeln, die mehr leisten müssen, belasten die Bandscheiben über Gebühr. Auch Rauchen hilft überhaupt nicht: Studien zeigen, dass Nikotin die Versorgung der Bandscheiben stört und generell Heilungsprozesse verlangsamt. Regelmäßig frisches Obst, ruhig mal einen Salat und prinzipiell mehr Bewegung können Wunder bewirken.

Vierter Schritt: „Einfach“ tatsächlich mehr von dem tun, von dem man schon weiß, dass es eine gute Idee wäre! Und: keine Angst vor Angeboten, Kursen, Programmen, die diese Inhalte vermitteln. Ein bewusster Umgang mit der Zeit, dem eigenen Körper und der Balance zwischen mentaler und körperlicher Gesundheit verwirklicht sich nicht plötzlich von selbst.

5. Rückenschmerzen ernst nehmen – und über Hilfe nachdenken

Klingt erstmal „bedürftig“ – aber genau das ist das Problem: Viele Menschen mit Rückenschmerzen laufen jahrelang damit herum. Es „ist doch gar nicht so schlimm“, man „geht mit sowas nicht zum Arzt“, und „morgen geht’s bestimmt wieder“. Abgesehen davon, dass andauernde Rückenschmerzen auch ein erstes Symptom von schwerwiegenderen Problemen sein können, besteht überhaupt kein Grund, die Rückenschmerzen selbst nicht genauso ernst zu nehmen wie andere gesundheitliche Probleme.

Mit einer dicken Erkältung bleiben wir eine Woche im Bett, mit höllischen Rückenschmerzen schleppen wir uns wie selbstverständlich ins Büro. Doch irgendwann wird keine Physiotherapie, Meditation, Medikamente, Chiropraktik, epidurale Injektionen oder ergonomische Anpassung mehr ausreichen, die entstandenen Schäden zu reparieren. Mal bei der Krankenkasse anrufen und ein paar Stunden Physiotherapie ausprobieren hat noch keinem „Rückenbesitzer“ geschadet. Fünfter Schritt: Aufhören, Rückenschmerzen als eine Art „Kavaliersdelikt des Körpers“ abzutun.