Nach kurzer Behandlung kehrt er zu seinem Team zurück und absolviert trotz schwerer Verletzung seine Übung am Pauschenpferd. Er sicherte seinem Team wichtige Punkte, die auch dazu beigetragen haben, dass sich die deutsche Mannschaft für das Teamfinale qualifizierte.

Wie haben Sie es geschafft trotz der starken Schmerzen durch Ihren Kreuzbandriss die Qualifikation für das Mannschaftsfinale bei den diesjährigen Olympischen Spielen zu turnen? Wie sind Sie mit dem Schmerz umgegangen?

Der Wille war stärker als der Schmerz. Ich musste einfach antreten – für die Mannschaft und für mich. Etwas anderes kam in diesem Moment für mich nicht infrage.

Wie groß war Ihre Enttäuschung aufgrund der Verletzung nicht beim Finale dabei sein zu können?

Unfassbar groß. Jahrelang hatte ich mich auf diesen Moment vorbereitet. Es war mein größter Traum im Finale der Olympischen Spiele zu turnen. Dann ist er geplatzt wie eine Seifenblase. Ich hatte sehr damit zu kämpfen. Noch heute denke ich oft daran, wie es gewesen wäre. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen und versuche nun, mich auf die Zukunft zu fokussieren und nicht vergangenem, nicht mehr änderbarem hinterherzutrauern.

Ihre Heldentat für Ihre Mannschaft in allen Ehren, aber war es nicht ein Nachteil für den Heilungsprozess und die Schwere der Verletzung, dass Sie trotz Verletzung weiter geturnt haben?

Nein, ich habe mir ja nicht noch zusätzlich weh getan und die Gefahr, dass sich die Verletzung verschlimmert, war minimal. Ich habe einfach auf meinen Körper gehört. Hätte dieser mir gezeigt, dass es nicht möglich ist, wäre ich auch nicht angetreten.

Wie wurde Ihre Verletzung therapiert und wie geht es Ihnen heute? Können Sie wieder turnen?

Ich wurde bereits kurz nach den Olympischen Spielen, im August in Bremen operiert und es wird Schritt für Schritt besser. Turnen werde ich frühestens im Sommer 2017 wieder können. Darauf bereite ich mich aber jetzt schon mental vor. Turnen ist mein Leben und ich zähle jetzt schon die Tage, bis ich wieder meiner Leidenschaft nachgehen kann.

Sie waren nach den Olympischen Spielen ein paar Tage im Urlaub. Wo waren Sie denn?

Die Deutsche Sporthilfe hatte mich mit einer Wildcard nach Granada/Spanien zum Champion des Jahres eingeladen. Die Auszeit habe ich sehr genossen und sie hat mir sehr gut getan - körperlich und auch mental. Ich habe mich super erholt.

Was sind beruflich und sportlich gesehen Ihre nächsten Ziele?

Beruflich will ich meine Ausbildung abschließen und noch den Master im Sportbereich absolvieren. Wenn ich mal mit dem Leistungssport aufhöre, will ich als Trainer arbeiten. Sportlich will ich mich so gut vorbereiten, dass ich bei der nächsten Weltmeisterschaft 2017 in Montreal/Kanada fit an den Start gehen kann.