Nicht selten können auch verschiedene Demenzformen gleichzeitig auftreten, was die genaue Zuordnung nicht unbedingt leichter macht. Zu den häufigsten Demenz-Erkrankungen gehören:

  1. Alzheimer Demenz
  2. Lewy-Körperchen-Demenz
  3. Vaskuläre Demenz
  4. Frontotemporale Demenz 

Menschen, die nichts mit Demenz zu tun haben, werden sicherlich sagen, dass es letztendlich doch völlig egal ist, mit welcher Form von Demenz man es zu tun hat. Insbesondere für pflegende Angehörige ist es jedoch alles andere als egal, denn erst wenn sie wissen, was künftig auf sie zukommen kann, können sie sich gezielter vorbereiten, die Zukunft vernünftiger planen und dem Betroffenen mit einem ganz anderen Verständnis gegenübertreten.

Je mehr Wissen ich mir über die spezielle Erkrankung aneigne, um so entspannter kann ich damit umgehen. Informationsquellen gibt es mittlerweile genügend, seien es Sachbücher oder Broschüren, seriöse Seiten und Foren im Internet oder Beratungsstellen vor Ort, die von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft benannt werden.

Ich habe diese Angebote leider erst viel zu spät in Anspruch genommen und mir durch dieses Versäumnis das Leben jahrelang unnötigerweise noch schwerer gemacht.

Eine richtige Entscheidung hatte ich allerdings beizeiten getroffen, in dem ich dem Rat eines befreundeten Notars folgte und eine gegenseitige Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung  ausfertigen ließ. Josi konnte ich schnell zu einer Unterschrift überreden in dem ich ihm erklärte, dass mir ja etwas passieren könnte und er dann die Verantwortung für mich übernehmen müsste.

Das leuchtete ihm natürlich ein und ich war mehr als erleichtert, als ich die unterschriebenen Unterlagen zu den Akten legen konnte. Wie wichtig diese Papiere noch einmal werden würden, konnte zu diesem frühen Zeitpunkt natürlich niemand ahnen.

Die Jahre gingen ins Land und der allgemeine Gesundheitszustand von Josi verschlechterte sich leider zunehmend und er musste immer öfter ins Krankenhaus. Zu mehreren kleinen Schlaganfällen kam eine Aortenklappenstenose hinzu und es stand zu Diskussion, die Herzklappen zu operieren.

Obwohl es offensichtlich war, dass mein Mann nur Bahnhof verstand, sprach der behandelnde Professor ausschließlich mit Josi, der alles abnickte und nur noch nach Hause wollte. Da die gesamte Krankenstation von ihm genervt war, weil er die ganze Nacht herumwanderte, in fremde Zimmer lief und ständig nach mir rief, legte natürlich keiner ein Veto ein, als er sich am nächsten Tag auf eigenen Wunsch entlassen ließ.

Als ich mich beim Abschlussgespräch mit der Stationsärztin darüber beklagte, dass sich niemand mit mir abgesprochen hätte, steckte sie mir, dass ich eben eine Vorsorgevollmacht bräuchte, damit die Ärzte auch mit mir reden würden.

Endlich fiel bei mir der Groschen und ich ärgerte mich schwarz über meine eigene Dummheit und Schusseligkeit, nicht mehr an die Unterlagen gedacht zu haben, die seit Jahren im Schrank schlummerten.

Kaum zu Hause machte ich mir Kopien und legte sie zu den Krankenakten, die ich für den Notfall immer griffbereit liegen hatte. Bei den nächsten Krankenhausaufenthalten landeten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht immer gleich bei den Aufnahmepapieren und in Folge sprachen die Ärzte endlich auch mit mir.

Da Josi ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in der Lage war, eigene und wichtige Entscheidungen für sich zu treffen, konnte ich das nun völlig problemlos mit den vorliegenden Vollmachten für ihn übernehmen.

Im Laufe unserer langen Ehe hatten wir ein großes Vertrauen zueinander aufgebaut und wir wussten immer, dass wir uns blind aufeinander verlassen konnten und dass wir uns niemals enttäuschen würden und ich gehe davon aus, dass er mich im umgekehrten Fall genauso behütet hätte.  

Eine Vollmacht zu übernehmen bedeutet eine sehr große Verantwortung und sie zu übertragen ein noch größerer Vertrauensbeweis. Jeder muss für sich entscheiden, ob und wann er diesen Schritt wagt, nur sollte man nicht zu lange warten, wenigstens darüber nachzudenken.