Wo stehen wir in Deutschland im Kampf gegen HIV und AIDS?

Mit Blick auf die vergangen fast vier Jahrzehnte haben wir schon viel erreicht. Dank medizinischer Erfolge können Menschen mit HIV ein Leben unter vergleichbaren gesundheitlichen Bedingungen wie HIV-negative Menschen führen. Mit einer kontinuierlichen, erfolgreichen Therapie lässt sich das HI-Virus sehr gut kontrollieren – es bleibt im Blut unter der Nachweisgrenze. Das bedeutet, eine Ansteckung anderer ist nahezu ausgeschlossen. Partnerschaften, Familie, Beruf, Pläne für die Zukunft, das ist heute auch mit HIV möglich.

Die medizinischen Voraussetzungen zur Behandlung von HIV sind so gut wie nie zuvor. Trotzdem haben wir unsere Ziele noch nicht erreicht: In Deutschland kennen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 86 Prozent der HIV-Infizierten ihren Status. Wiederum rund 86 Prozent dieser Gruppe sind in Behandlung und 93 Prozent davon mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze. Damit liegen wir, was die Zahl der Diagnostizierten und Behandelten angeht, noch unter den 90-90-90-Zielen des Projektes UNAIDS der Vereinten Nationen.

Reichen die medizinischen Erfolge nicht aus, um HIV und AIDS zu besiegen?

Was nutzt die Therapie, wenn sie nicht alle erreicht? Unsere aktuelle Studie „Is HIV sorted?“ zeigt: Zu wenig Menschen in Deutschland lassen sich auf HIV testen – sogar nach bekannten Risikosituationen wie ungeschütztem Sex mit einem Partner, dessen Status man nicht kennt. Das heißt im Falle eines Falles erfahren HIV-Positive erst sehr spät von ihrer Infektion. Das ist besorgniserregend. Denn späte HIV-Diagnosen verringern nicht nur die Chance auf eine dauerhafte und wirksame Behandlung, bis zur Diagnose wissen die Betroffenen auch nicht, dass sie Überträger des HI-Virus sind. Unser erstes Ziel muss also sein, dass sich mehr Menschen auf HIV testen lassen.

Informationen rund um die Studie "Is HIV sorted?" finden Sie hier.

Aus welchem Grund lassen sich Menschen nicht auf HIV testen?

Auch hier liefert uns die Studie wichtige Hinweise: Viele Menschen in Deutschland wissen offenbar zu wenig über HIV heute. Dass zum Beispiel eine erfolgreiche Therapie das Ansteckungsrisiko von HIV nahezu ausschließt, ist nur einem von zehn Deutschen bewusst! Das ist ein ganz zentraler Punkt, denn gerade die Sorge vor Ansteckung mit einer vermeintlich tödlichen Krankheit schürt Ängste und Vorurteile.

Das ist fatal, denn wegen dieser Unwissenheit und völlig unbegründeten Angst müssen Menschen mit HIV noch immer mit Diskriminierung und Stigmatisierung im Alltag leben. Davor wiederum haben viele Menschen so große Angst, dass sie einen HIV-Test meiden. Dieses Dilemma müssen wir durchbrechen.

Wie will Gilead Stigmatisierung in der Gesellschaft bekämpfen?

Gilead hat in diesem Jahr unter anderem die Initiative #nochvielvor ins Leben gerufen: Engagierte Männer und Frauen mit HIV sprechen, auf eigenen Plattformen und Kanälen aber auch in klassischen Medien über ihr Leben mit HIV heute. André und Fabian zum Beispiel teilen ihre Erfahrungen als sogenanntes serodifferentes Paar –  André ist positiv, Fabian negativ – ansonsten leben die zwei ihr Leben ganz nach ihren Vorstellungen.

Oder Hildegard Welbers, sie ist schon über 70 Jahre alt – und HIV-positiv. Mit bewundernswertem Elan zeigt sie die Perspektive einer heterosexuellen Frau auf. Alle gemeinsam machen sie Menschen mit HIV Mut, klären auf und informieren. Auch erfahrene Ärzte und Experten konnten wir für die Initiative gewinnen. Gleichzeitig mit dem Abbau von Angst vor Stigmata wollen wir aber auch den HIV-Test stärker ins Bewusstsein rücken. Unter dem Motto #ichweissbescheid möchte Gilead dem HIV-Test mehr „Normalität“ verleihen – auch in der breiten Bevölkerung.

Die Botschaft dahinter: Nur wer weiß, dass er oder sie HIV-positiv ist, kann mit einer früh einsetzenden, erfolgreichen Therapie ein fast normales Leben führen – und stoppt das Ansteckungsrisiko für andere. Mit Blick auf das Ziel im Kampf gegen AIDS heißt das auch: Je mehr Menschen mit HIV wirksam therapiert sind, desto weniger Menschen können das HI-Virus weitergeben – bis schließlich niemand mehr HIV übertragen kann. Das ist es, was uns antreibt.

www.nochvielvor.de

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