Warum fällt es uns so schwer, Gewohnheiten zu verändern? Hauptsächlich hängt es damit zusammen, dass sie auf der unbewussten Ebene völlig autark ablaufen und damit energieschonend das Leben sehr vereinfachen. Ein massiver Eingriff in bisher bewährte Ess- und Bewegungsgewohnheiten wie es typische Diäten verlangen, wird schnell sabotiert sobald sich im beruflichen oder privaten Alltag eine ungeplante Herausforderung ergibt. Dann müssen wir nämlich entscheiden, ob die berufliche oder private Herausforderung unsere begrenzte Aufmerksamkeit bzw. Willenskraft erhält oder ob sie weiterhin in die angelaufene Diät investiert wird.

Das Ergebnis ist nachvollziehbar und logisch: Das bisherige Essverhalten hat ja auch in der Vergangenheit gut funktioniert. Es hat sich „bewährt“: lecker, sättigend, schnell zubereitet, einfach zu beschaffen, bezahlbar und vor allem gut verträglich. Genau diese bewährte Gewohnheit wird verteidigt: Wir nennen den Wächter den „inneren Schweinehund“.

Eine radikale Ernährungsumstellung wird nur dann gelingen, wenn wir zeitgleich keinen anderen größeren Herausforderungen gegenüberstehen, oder wenn der Druck bzw. das Ziel groß genug ist. Erfolgsversprechender ist es für die meisten mit einem straffen Lebensplan, zunächst an nur einem Tag in der Woche, Referenzerfahrungen mit einem gesünderem Essverhalten zu sammeln. An einem Tag pro Woche, wöchentlich wiederholt, werden vorher festgelegte Regeln eingehalten und evtl. am Vortag vorbereitet.

Nach wenigen Wochen lernen wir, wie gut dieser „perfekte Tag“ für uns ist: Zum Beispiel haben wir mehr Energie, sind wach, geistig frisch, gut gelaunt, und schlafen besser. Damit stellen wir unser bisheriges über Jahrzehnte bewährtes Essverhalten in Frage. Automatisch und damit unbewusst werden dann die Regeln, die am einfachsten gelingen, mit in andere Tage übernommen. Nicht konsequent, aber immer öfter. Damit entwickelt sich ein neues, gesundes Essverhalten fernab der klassischen Diäten.

Mein Tipp: Schicken Sie am Jahresanfang Ihren inneren Schweinehund am „perfekten Tag“ auf die Schweinehundeschule. Bleiben Sie gesund – aber machen Sie auch was dafür.