Während die Medizin enorme Fortschritte in der Therapie von HIV gemacht hat, sind Betroffene in der Gesellschaft noch immer Diskriminierung und Stigmatisierung ausgesetzt. Im Kampf gegen HIV und AIDS offenbaren sich hier die größten Hindernisse.

Viel Zeit bleibt nicht mehr: Bis zum Jahr 2020 sollen weltweit die sogenannten UNAIDS 90-90-90-Ziele erreicht werden, um HIV unter Kontrolle zu bringen und AIDS zu beenden. Das bedeutet: 90 Prozent aller Menschen mit HIV sollen von ihrer Infektion wissen, davon sollen 90 Prozent eine antiretrovirale Therapie erhalten und wiederum 90 Prozent dieser Menschen in Therapie sollen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben – sie können das HI-Virus nicht mehr übertragen. Werden diese Ziele erreicht, so die Vision der Vereinten Nationen, kann HIV bis zum Jahr 2030 besiegt werden. Deutschland befindet sich in diesem Kampf nach langjähriger Aufklärungsarbeit und bedeutenden Erfolgen in der Medizin auf der Zielgeraden. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Auf den letzten Metern sind noch große Herausforderungen zu bewältigen.

Zu viele Menschen machen keinen HIV-Test

HIV kann beim Sex ohne Kondom übertragen werden – so viel wissen heute neun von zehn Deutschen. Und doch: Fast ein Drittel würde wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich keinen HIV-Test machen, nachdem er oder sie ungeschützten Sex mit einer neuen Bekanntschaft hatte. Fast 60 Prozent der deutschen Bevölkerung hat sich überhaupt noch nie auf HIV testen lassen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie „Is HIV sorted?“ („Ist HIV unter Kontrolle?“). Die Zahlen sind bedenklich, denn nur wer weiß, dass er oder sie HIV-positiv ist, kann mit einer früh einsetzenden, erfolgreichen Therapie das Virus kontrollieren – und stoppt das Ansteckungsrisiko für andere. Doch aus Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung meiden noch immer zu viele Menschen bereits den ersten Schritt – den HIV-Test.

Illustration: Gilead Sciences

Medizinische Fortschritte in der HIV-Therapie sind kaum bekannt

Dabei können Menschen mit HIV dank moderner Therapien ein fast normales Leben bei guter Lebensqualität führen und eine Ansteckung nahezu ausschließen. Damit gleicht eine HIV-Infektion heute einer gut behandelbaren chronischen Erkrankung, die nur noch wenig mit dem Schreckensbild von HIV und AIDS der 80er- und 90er-Jahre gemein hat. Doch in der breiten Bevölkerung ist das Wissen um diese medizinischen Entwicklungen offenbar noch nicht ausreichend verbreitet:

  • Nur 14 Prozent der Befragten ist bekannt, dass bei Menschen mit HIV, die unter der Nachweisgrenze sind, das HI-Virus nicht mehr im Blut nachweisbar und damit auch nicht mehr übertragbar ist.
  • Sechs von zehn Deutschen glauben, dass eine Person mit HIV trotz einer erfolgreichen antiretroviralen Therapie weiter ansteckend ist. Weitere 26 Prozent geben an, sich diesbezüglich nicht sicher zu sein.
  • Fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung geht davon aus, dass AIDS und HIV das Gleiche sind.

Menschen mit HIV erleben noch immer gesellschaftliche Ausgrenzung

Die Folgen dieser Unwissenheit sind anhaltende Vorurteile, Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV im gesellschaftlichen Leben:

  • Jeder zweite Befragte (55 Prozent) würde sich nicht sehr oder überhaupt nicht wohlfühlen, wenn er oder sie als Single mit einer HIV-positiven Person ausgehen würde.
  • Fast ein Viertel der Deutschen fänden es unangenehm, mit Kollegen oder Kolleginnen, die HIV-positiv sind, zusammenzuarbeiten.
  • Viele Befragte würden Menschen mit HIV von bestimmten Berufen sogar ganz ausschließen: 61 Prozent meinen, in Krankenhäusern oder in der häuslichen Pflege sollte niemand mit HIV arbeiten. Jeder Zweite würde HIV-Positive grundsätzlich nicht für Berufe im Gesundheitswesen zulassen.

Das Resümee: Auch nach fast vier Jahrzehnten Aufklärungsarbeit und bedeutenden medizinischen Fortschritten sind Unwissenheit, Vorurteile und Diskriminierung noch immer wesentliche Hindernisse im Kampf gegen HIV und AIDS.

In diesem Interview erklärt Dr. Marion Heinzkill, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen HIV-Abteilung bei Gilead Sciences Deutschland, wie das Unternehmen helfen will, die 90-90-90-Ziele der Vereinten Nationen zu erreichen.

Über die Studie

Die Umfrage „Is HIV sorted?“ wurde im Juni 2018 vom Marktforschungsinstitut Opinium im Auftrag von Gilead Sciences und der IAPAC (International Association of Providers of AIDS Care) durchgeführt. Befragt wurden 24.212 HIV-negative Erwachsene in zwölf west- und osteuropäischen Ländern. In Deutschland nahmen 2.015 Personen an der Befragung teil.

www.nochvielvor.de

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