Aus der Perspektive der TCM bewegt sich der Zyklus oder das himmlische Wasser der Frau “Tian Gui“ - wie die Regelblutung auch genannt wird - durch vier Phasen und ist durch die sich wandelnden Zustände von Yin und Yang bedingt. Das Yin beschreibt eine eher passive, nach innengerichtete Kraft und steht für Regeneration, aber auch für das Sammeln und Bewahren. Das Yang ist eine nach außen gerichtete Kraft, es fordert Aktivität und Bewegung. Aber auch wenn die zwei Kräfte so gegensätzlich sind, können sie dennoch nicht ohne einander bestehen. Yin und Yang gehen in einem immer wieder kehrenden Zyklus aus Wachstum und Vergehen ineinander über. Wenn das Yin seinen Höhepunkt erreicht hat, beginnt das Yang zu wachsen bis es sein Maximum erreicht hat, um dann zum kleinen Yin zu werden. So wie das Meer von den Gezeiten Ebbe und Flut bestimmt wird, so wird auch der weibliche Zyklus durch Ebbe und Flut von Yin und Yang bestimmt.

Die vier Phasen unseres Zyklus aus Sicht der TCM:

Die Periode

Die Periode beginnt mit dem Höhepunkt des Yang, das mit dem Einsetzen der Blutung rasch abfällt und in Yin gewandelt wird. Das Blut befindet sich nun in Bewegung. Es bewegt sich gemeinsam mit dem Qi abwärts, um das „Alte“ auszuscheiden. Schmerzen können hier entstehen wenn das Blut im fernöstlichen Sinn stagniert oder der Unterleib zu kalt ist, deshalb gilt hier Bewegung ist gut. Auch wenn Dir während die schmerzhaften Krämpfe eintreten überhaupt nicht danach ist, können Aktivitäten wie Yoga oder Joggen erheblich Linderung verschaffen. Außerdem sollte man in dieser Phase Kälte und kalte Speisen meiden, viel heißes Wasser bzw. Kräutertees trinken oder eine warme Suppe essen. Ein Extra-Tipp für die Frauen die gerne die Wärmflasche nutzen: Anstatt sie auf dem Bauch zu legen, legt es auf Euer Kreuzbein. Die Wärme bringt dort die Yang-Energie in Bewegung wo es gerade gebraucht wird und entspannt nachhaltig.

Die postmenstruelle Phase

Nach dem Ende der Periode sind Blut und Yin relativ leer. Ab diesem Zeitpunkt sind alle Maßnahmen die das Blut aufbauen notwendig und sehr wirkungsvoll, damit in den anderen beiden Phasen viel Kraft zur Verfügung steht. Als blutaufbauende Nahrungsmittel eignen sich unter anderem Grünkohl, Rosinen, getrocknete Aprikosen, Brennessel, Löwenzahn, Eier und Fleisch. Sehr förderlich ist es in dieser Zeit auf ein regelmäßiges Frühstück zu achten, wer mag sogar warm.

Der Extra-Tipp: Ein chinesisches Hausrezept von Frauen für Frauen ist die Eiersuppe zum Frühstück: Dazu erhitzt man eine Tasse Wasser mit etwas braunen Rohrohrzucker und quirlt zwei Eier unter. Zum Schluss fügt man zwei Esslöffel Reisweinessig hinzu, das aktiviert den Kreislauf. Wer es lieber vegan mag, der kocht getrocknete Beeren wie Rosinen, Maulbeeren, rote Datteln mit Walnüssen und Erdnüssen zu einem Brei - das tonisiert ebenfalls das Blut.

Der Eisprung

Hier befindet sich das Yin in seinem Höhepunkt und das Yang beginnt zu wachsen. Der Zeitpunkt der Ovulation ist ein Moment der Transformation von Yin in Yang. Hier seid ihr Energiegeladen und Eure Ausstrahlung könnte nicht besser sein - ein guter Zeitpunkt um Vorhaben umzusetzen. Wer vor der Menstruation zu Wassereinlagerung oder sogar PMS neigt, sollte ab jetzt befeuchtende Nahrungsmittel wie Milchprodukte oder zu viel Süßes meiden und stattdessen auf Bewegung an der frischen Luft achten.

Die Prämenstruelle Phase

In der Zeit vor der Periode nimmt das Yang stetig zu und bewegt das Qi, vor allem das Organsystem der Leber ist verantwortlich für den freien Fluss von Qi. Probleme können hier entstehen wenn der Qi-Fluss stagniert z.B. durch zurück gehaltene Emotionen oder wenn zu viel innere Hitze aufgebaut wird. Ganz besonders die Prämenstruellen Symptome werden durch innere Hitze begünstigt, deshalb könnt ihr Euch etwas Gutes tun wenn ihr in dieser Zeit auf Alkohol und Kaffee verzichtet. Viel besser: Ein würziger Chai mit Safran, aber ohne Schwarztee, macht ebenfalls munter und bringt sowohl Blut als auch Qi in Bewegung.

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