Wie machte sich die Krankheit bemerkbar?

Das war dieses Jahr im Januar. Nach dem Weihnachtsurlaub ging es wieder im Büro los. Als ich am 9. Januar, es war ein Dienstag, morgens aufwachte, fühlte ich mich irgendwie schlapp und hatte Gliederschmerzen. Der erste Gedanke war natürlich,“jetzt bloß keine Erkältung oder sogar einen grippalen Effekt bekommen“.

Zu Beginn des Jahres ist ja immer ordentlich zu tun (lacht). Ich ging also ganz normal ins Büro und schleppte mich auch den nächsten Tag so durch. Doch leider hörten die Schmerzen nicht auf und vor allem tat mir zunehmend mein Oberkörper weh. Am nächsten Tag ging es mir leider nicht besser, aber ich wollte mich nicht gleich nach dem Urlaub krankmelden, also ging ich wieder ins Büro.

Als ich abends nach Hause kam, hatten die Schmerzen am Oberkörper zugenommen. Am nächsten Morgen entdeckte ich auf meinem Oberkörper rote Flecken, die mich dann doch unruhiger werden ließen. Ich meldete mich daraufhin an diesem Tag krank und packte mich ins Bett. 

Sie sind also nicht direkt zum Arzt gegangen?

Nein, leider nicht. Das hätte ich mal tun sollen.

Wie ging es dann weiter?

Den Tag über wurde der Ausschlag stärker und es bildeten sich Bläschen auf der Haut. Mein Hausarzt hatte Freitagnachmittag dann aber schon zu und ich dachte, naja, Montag reicht auch noch.

Doch am Wochenende wurden die Schmerzen so stark, dass ich meinen Mann bat, mich am Sonntag ins Krankenhaus zu fahren. Als ich dann endlich ins Sprechzimmer durfte und der Arzt mich untersuchte, brauchte dieser nur einmal kurz hinzugucken und schon stand die Diagnose fest: Gürtelrose.

Konnten Sie damit direkt etwas anfangen?

Naja, gehört hat man das ja schon einmal. Was aber der Auslöser dafür ist, woher die Krankheit kommt, wusste ich bis dahin nicht. Die Gürtelrose ist ja sozusagen eine Rückkehr der Windpocken im Erwachsenenalter. Ich dachte bis dahin immer, wenn man einmal die Kinderkrankheiten durch hat, bekommt man das nie wieder – als dreifache Mutter sollte ich das ja wissen (lacht).

Welche Therapie haben Sie dann bekommen?

Zunächst sagte mir der Arzt, dass ich froh sein kann, ins Krankenhaus gefahren zu sein. Die schnelle Behandlung ist wichtig für den Therapieerfolg und vor allem um langwierige Folgen wie die Post-Zoster-Neuralgie (PZN) zu verhindern.

Erklären Sie bitte kurz, worum es sich bei der PZN handelt.

Die PZN entsteht durch eine dauerhafte Nervenschädigung. Man hat dadurch auch nach der Abheilung des Ausschlags teilweise noch Monate chronische neuropathische Schmerzen.

Aber dies war bei Ihnen nicht der Fall?

Zum Glück nicht. Der Arzt verordnete mir direkt eine Schmerztherapie, die gut anschlug. Außerdem bekam ich eine entzündungshemmende Salbe für den Ausschlag. Er klärte mich darüber auf, dass letztendlich die Krankheit nur symptomatisch behandelt werden kann. Da die Viren aber ein Leben lang im Körper bleiben, kann es sein, dass die Erkrankung erneut ausbricht.

Wie lange hat der Krankheitsverlauf insgesamt gedauert?

Ungefähr drei Wochen, danach ging es mir wieder gut. Zum Glück hatte ich keine anhaltenden Schmerzen.

Neuerdings gibt es eine Impfung zur Vorbeugung. Haben Sie sich darüber schon informiert?

Tatsächlich habe ich erst kürzlich mit meinem Hausarzt darüber gesprochen. Seitdem ich weiß, wie schmerzhaft eine Gürtelrose sein kann, denke ich nun darüber nach, mich impfen zu lassen. Grundsätzlich achte ich auch darauf, mich gesund zu ernähren und mein Immunsystem zu stärken. Denn ein geschwächtes Immunsystem gibt ja den Viren überhaupt erst die Chance sich zu vermehren.