Trockene, juckende Haut, die unangenehm spannt und rote, schuppige oder nässende Ekzeme aufweist: Das können Anzeichen für Neurodermitis sein. Es ist eine der häufigsten Hautkrankheiten, mindestens drei Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen und es gibt immer mehr Fälle, vor allem unter Kindern. Wie wird Neurodermitis heute behandelt, was können die Patienten selbst tun? 

Beschwerden eindämmen

Professor Ludger Klimek, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Allergologie und Umweltmedizin und Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden, weist darauf hin, dass vor allem eine möglichst frühzeitige Behandlung von großer Bedeutung ist, um langfristige Schäden der Haut zu vermeiden: „Schon bei den ersten Anzeichen sollte man einen spezialisierten Hautarzt oder Allergologen aufsuchen. Die Diagnose ist gar nicht leicht, andere Krankheiten zeigen sehr ähnliche Symptome.“

Steht die Diagnose „Neurodermitis“ fest, dann sollte die Haut nicht nur entzündungshemmend behandelt werden: Vor allem auch die richtig Pflege kann viel bewirken. Die Haut sollte mit rückfettenden Ölbädern und medizinischen Bade- und Duschlotionen, sowie mit pflegenden Salben behandelt werden. Erfahrene Patienten spüren, wenn ein neuer Schub droht: Mit dieser so genannten „Basisbehandlung“ können sie die Beschwerden dann häufig selbst recht gut eindämmen. Falls sich das Hautbild verschlechtert oder ändert, sollten sie dennoch immer zum Arzt gehen und sich beraten lassen.

Auslöser meiden

Als zweite Säule der Behandlung sei jedoch wichtig, so Ludger Klimek, dass auslösende Faktoren der Neurodermitis gefunden und dann vermieden werden: „Gerade bei Kindern ist häufig eine Allergie gegen Nahrungsmittel Auslöser für die Krankheit. Wenn sie bestimmte Dinge essen, verschlechtert sich ihr Hautbild. Deswegen sollte man diese Lebensmittel konsequent meiden.“

Neurodermitis bei Kindern

Bei Kindern tritt die Neurodermitis oft schon im Säuglingsalter auf, meist nach dem dritten Lebensmonat. Die typischen Hautveränderungen sind dann vor allem im Gesicht zu sehen, aber auch der ganze Körper kann schon betroffen sein. Neben einer Veranlagung zu Allergien in der Familie gilt als mögliche Ursache der Krankheit der Kontakt zu Stoffen, die Allergien auslösen können, wie Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel. 

Kinder leiden häufig besonders unter der Krankheit, weil sie von Gleichaltrigen deshalb gemieden oder ausgelacht werden. Sie haben jedoch gute Chancen darauf, dass die Neurodermitis bis zur Pubertät ausheilt: 75 Prozent der Kinder, die als Säuglinge betroffen waren, haben laut wissenschaftlicher Studien mit 16 Jahren keine Beschwerden mehr.