Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, doch es gibt eine Fülle von Behandlungsmethoden, die Therapieerfolg versprechen. 

Rund 2 Millionen Deutsche teilen das gleiche Schicksal: Sie leiden unter Schuppenflechte. Abgeleitet vom altgriechischen Wort für „ich kratze“ (psao), beschreibt die medizinische Bezeichnung Psoriasis, was die Betroffenen quält. Stark schuppende, rötliche Hautstellen, die teilweise münz- bis handtellergroß sind, treten vorrangig auf der Kopfhaut, an Ellenbogen und Kniescheiben, um den Bauchnabel und das Steißbein auf – meist also an Körperstellen, die einer mechanischen Belastung durch Bewegung und reibende Kleidung ausgesetzt sind.

Schon im Alten Testament finden sich Hinweise auf die Hautkrankheit, die damit nicht zu den modernen Zivilisationskrankheiten zählt.

Physisches Krankheitsbild, psychische Belastung

Ausgelöst wird Schuppenflechte häufig durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, die jedoch nicht klar abgrenzbar sind. Neben Stress und hoher psychischer Belastung können Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen, hormonelle Umstellungen (z. B. durch eine Schwangerschaft) und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Häufig tritt die Krankheit erstmals in der Pubertät oder zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Sie verläuft in der Regel in Schüben.

Was dabei geschieht: Während sich die Haut gesunder Menschen rund alle 26 Tage erneuert, verkürzt sich dieser Prozess bei Psoriasis-Patienten auf sechs bis sieben Tage. Die Folge ist eine verfrühte Abschuppung an den betroffenen Stellen, unter denen die Haut stark durchblutet und daher rötlich gefärbt sichtbar wird. Je nach Ausprägung kann dies für die Betroffenen eine mehr oder weniger große seelische Belastung darstellen. 

Nicht ansteckend und behandelbar

Wie die Forschung in den letzten Jahrzehnten herausgefunden hat, handelt es sich bei Psoriasis um eine erblich bedingte Krankheit, von der allein in Europa rund zwei bis drei Prozent der Bevölkerung betroffen sind – Männer wie Frauen gleichermaßen.

Was viele nicht wissen: Die Krankheit ist nicht ansteckend. Doch leider ist bislang auch keine Heilung möglich. Betroffene müssen sich daher auf die Suche nach der für sie passenden Therapie machen. Da das Krankheitsbild so individuell ist, wie die betroffenen Patienten selbst, gibt es für therapeutische Maßnahmen keine Musterlösung. Doch die Fülle moderner Behandlungsmethoden macht Mut und schon kleine sichtbare Erfolge unterstützen die Patienten auf ihrem Weg. 

Was Linderung verspricht

In vielen Fällen hilft die Anwendung äußerlicher Medizin in Form von Ölen, Cremes und Salben. Neben Harnstoff (Urea), Salizylsäure und Kortikoiden zählen dazu auch Vitamin-D-Derivate und Vitamin B12. Unter den alternativen Verfahren haben sich Akupunktur und Homöopathie etabliert. Auch lichttherapeutische Bestrahlungen und Badeanwendungen in schwefelhaltigem Wasser oder Sole zeigen gute Erfolge. In schweren Fällen bewirken innerliche Anwendungen ein Abklingen der Beschwerden, etwa durch Fumarsäureester oder biotechnologisch hergestellten Substanzen, sogenannten Biologicals.

Bei der Fülle an Methoden wird deutlich: Den richtigen Weg findet der Patient nur in enger Zusammenarbeit mit seinem Dermatologen und im Vertrauen darauf, dass mit der Linderung seiner Beschwerden die Lebensqualität zurückkehrt. 


Phototherapie verspricht Erfolge bei Psoriasis

Richtig dosiert, besitzt die UV-Strahlung der Sonne eine heilende Wirkung auf verschiedene Hautkrankheiten. Schuppenflechte-Patienten steht mit der Lichttherapie eine erfolgreiche Behandlungsmethode zur Verfügung. Die Bestrahlung wirkt entzündungshemmend und lässt sich zudem sinnvoll mit anderen Therapien kombinieren. 

UV-Strahlung besitzt eine hohe biologische Aktivität. Sinnvoll eingesetzt, kann Licht ein effektives Heilmittel sein. Dies macht sich auch die moderne Medizin zunutze, indem sie bei Patienten mit Hauterkrankungen lichttherapeutische Geräte einsetzt. Speziell bei Psoriasis-Erkrankten hat sich die Bestrahlung mit hochdosiertem Licht als positiv erwiesen. „Unserer Erfahrung nach ist die Lichttherapie eine der besten und natürlichsten Therapieformen“, betont Dr. med. Christoph Fedel, Facharzt für Dermatologie aus Böblingen.

Gerade bei Psoriasis ist häufig eine Kombination unterschiedlicher Therapieformen sinnvoll. „So lässt sich die Lichttherapie gut mit anderen Behandlungsmethoden, wie etwa Sole- und Salzwasserbädern kombinieren, was die positive Wirkung für den Patienten verstärken kann“, ergänzt Fedel.

Eine spezielle Form der Phototherapie ist die sogenannte PUVA-Therapie (für: Psoralen plus UV-A), bei der die Gabe von natürlich vorkommendem Psoralen die Lichtsensibilität erhöht, um die Wirkung der nachfolgenden Bestrahlung mit UV-A-Licht zu verstärken. Neben der Behandlung von Psoriasis findet die PUVA-Therapie auch Einsatz bei der Therapie von Neurodermitis und der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo). 

Lichtkraft: schonend und effektiv

In der Regel werden spezielle Ganzkörperkabinen eingesetzt, die eine großflächige Behandlung der Schuppenflechte erlauben. Auch wenn die phototherapeutischen Dosen möglichst sensibel auf den Patienten abgestimmt werden, kann eine Ganzkörperbestrahlung auf lange Sicht das Risiko einer zusätzlichen Hautbelastung bergen, etwa durch Sonnenbrand oder Bindehautreizungen.

Um diese Nebenwirkungen zu minimieren, bietet Fedel in seiner Praxis die Bestrahlung mit einem Lichttherapie-Handgerät an, das sich für die gezielte Therapie kleinerer Behandlungsareale eignet. „Auf diese Weise wird nur die betroffene Stelle bestrahlt. Das geht schneller, ist effektiver und auf lange Sicht weitaus schonender für den Patienten“, erklärt Fedel. 35 Sitzungen in der Kabine stehen rund 15 Sitzungen mit dem Handgerät gegenüber. 

Entscheidend ist die Wellenlänge

Voraussetzung für den intensiveren biologischen Effekt ist die richtige Wellenlänge. 308 Nanometer haben sich als ideal für die Behandlung von Psoriasis erwiesen. Die kurzwellige, hochdosierte Bestrahlung stimuliert das Gewebe und hemmt so die fehlgeleiteten Immunvorgänge in der Haut. Auf diese Weise verlangsamt sich die für Psoriasis typische übermäßige Hautneubildung und es tritt eine spür- und sichtbare Linderung der Symptome ein.

Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: Die Behandlung ist unkompliziert, vollkommen schmerzfrei und zeigt bereits nach den ersten Sitzungen eine deutliche Wirkung. Wie lange diese anhält, ist äußerst individuell. „Wir haben mit der Lichttherapie durchweg positive Erfahrungen gemacht“, so Fedel. „Erfolge zeigen sich bereits nach kurzer Zeit, was für die Patienten besonders wichtig ist. Man darf schließlich nicht unterschätzen, was für eine immense psychische Belastung eine Hautkrankheit wie Psoriasis für den Betroffenen sein kann. “