Vom Fußpilz hat ja jeder schon mal gehört – wie erklärt ihn der Mediziner?

Er ist eine Infektion der Haut, und zwar durch einen Pilz. Im Grunde kann er an jeder Stelle des menschlichen Körpers auftreten. Beim Fußpilz ist es der Erreger Trichophyton rubrum. Es gibt beispielsweise auch Pilze auf der Kopfhaut von Kindern oder bei Ringern, die sich viel auf Matten bewegen. Das sind dann andere Erregerformen.

Wo holt man sich den lästigen Pilz?

Es gab mal Untersuchungen bei Bundesligavereinen. Dort tritt er zu 100 Prozent bei allen Spielern auf. Die Orte befinden sich also in der Regel beim Sport – in der Umkleidekabine oder in Hallenbädern. Unter meinen Patienten, deren Körper ich täglich für die Hautkrebsvorsorge untersuche, schätze ich eine Zahl von 20 bis 30 Prozent an Betroffenen. Übertragen wird er aber nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern meistens indirekt von Boden zu Haut.

Es kann sich aber jeder jederzeit damit anstecken?

Niemand ist dagegen resistent. Es gibt jedoch eine vererbbare Anfälligkeit.

Wie bemerke ich, ob ich unter Fußpilz leide?

Ihre Haut ist schuppig und weist kleine Risse auf. Vor allem im Zwischenraum zwischen der vierten und fünften Zehe.

Warum gerade dort?

Ich kenne keine wissenschaftliche Erklärung. Sicher hängt es mit der dünnen Haut und dem direkten, engen Bodenkontakt zusammen. Pilze mögen’s gerne warm.

Kann ein Fußpilz eigentlich auch gefährlich sein?

Der Pilz selbst nicht. Allerdings ist er im schlimmsten Fall Wegbereiter für andere Infektionen. Er gilt als die häufigste Ursache für die Wundrose. Die wirkte früher, als Ärzten noch keine Antibiotika zur Verfügung standen, tödlich.

Wie lange braucht es denn vom Befall bis zum Ausbruch?

Es kann circa eine Woche dauern, bis er sich bei Ihnen bemerkbar macht und Sie die beschriebenen Symptome sehen.

Wie vermeidet man den Erreger?

Generell sollte man mit den Fußsohlen so wenig feuchte Böden betreten wie möglich. In Schwimmbädern trägt man idealerweise Badeschlappen. Und die zieht man auch erst am Beckenrand aus und nicht zwei Meter davor, wo alle anderen Besucher dann bereits entlanggelaufen sind. Bei kleinen oder mehreren Kindern fällt es Eltern natürlich schwer, immer darauf zu achten.

Wichtig ist, sich immer gut abzutrocknen. Am besten die Füße zuletzt, sodass man den Pilz nicht über das Handtuch vom Fuß auf andere Körperstellen überträgt. Zur Vorbeugung helfen nach dem Abtrocknen Sprays für die Fußsohlen.

Dann haben Sie wahrscheinlich gerade im Sommer viele Patienten?

Nein, ganz im Gegenteil. Freibäder bedeuten viel frische Luft, Sandalen und trockene Böden. Fußpilz ist eher ein Thema im Winter. Dann ist die Haut in Hallenbädern oder Saunen lange im Wasser, schwitzt und quillt auf – ideal für den Pilz.

Was hilft denn, wenn man leider doch befallen ist?

Es gibt frei verkäufliche, günstige Cremes in der Apotheke. Mit der schmiert man die Stellen ein. Großflächig und ein- bis zweimal täglich. Das macht man so lange, bis der Pilz verschwunden ist. Der Trick ist jedoch, dann die Stelle noch mal einen genauso langen Zeitraum einzucremen. Erst dann hat man ihn wirksam bekämpft. Der Irreführung durch die Werbung, dass es schneller geht, würde ich nicht vertrauen.

Es kann auch passieren, dass zum Beispiel die gesamte Hornschicht einer Fußsohle befallen ist. Hier ist die Therapie schon schwieriger. In diesem Fall kann man Tabletten verschreiben. Möglich ist außerdem, dass der Pilz den Fußnagel befällt. Dann setzt der Arzt ebenfalls Tabletten, einen Lack oder sogar den Laser ein.