Antwort: Neurodermitis ist eine, unter anderem durch Umweltfaktoren und Erbmaterial bedingte Hautkrankheit, für die es Therapiemöglichkeiten, aber leider noch keine Heilung gibt. 

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine nicht ansteckende Hautkrankheit, die besonders in Industrieländern weit verbreitet ist. In den vergangenen Jahrzehnten häuft sich die Zahl der Erkrankungen in Europa. Allein in Deutschland leiden in etwa sechs Millionen Menschen, insbesondere Kinder, an den immer wiederkehrenden Symptomen. Betroffene haben sehr trockene, schuppige und gerötete Haut sowie raue Stellen an Arm- und Kniebeugen. Sehr quälend ist der immer wieder auftretende Juckreiz, der neben anderen psychischen Belastungen auch zu Schlafdefiziten führen kann. 

Besonders Kinder sind betroffen

Meist tritt die Krankheit bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter auf und verläuft dabei in unterschiedlichen Stadien. Bei Kindern sind vor allem Gesicht, Nacken und oberer Brustbereich betroffen. Im Laufe der Zeit breiten sich die Stellen auf dem ganzen Körper aus und die Haut neigt zu Rissen und Knotenbildung. Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann es zu Hautverfärbungen und verhornten Stellen kommen. 

Ursachen unklar

Bislang sind die Ursachen nicht vollständig geklärt. Experten gehen davon aus, dass es sich um ein komplexes Zusammenspiel von äußeren Einflüssen und genetischen Faktoren handelt. Unter welchen Bedingungen die Krankheit auftritt, ist von Patient zu Patient verschieden. So können zwar die Symptome, aber nicht die tatsächliche Ursache behandelt werden. Neurodermitis verläuft in Schüben und tritt verstärkt im Winter auf. Es gibt aber auch Zeiten, in denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei sind. 

Überempfindliches Immunsystem

Die Auslöser können auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen sein. Allergische Reaktionen auf Hausstaub, Pollen oder Nahrungsmittel lösen einen neuen Schub aus. Aber auch Stress, Angst oder Trauer begünstigen die Bildung neuer Ekzeme. Grund für die Hautentzündung ist ein überempfindliches Immunsystem. Die natürliche Schutzfunktion der Haut ist erheblich gestört und es kann nur wenig Feuchtigkeit gespeichert werden. Dadurch dringen Allergene leichter durch die Hautoberfläche ein, die unter anderem für den unerträglichen Juckreiz verantwortlich sind. Kratzen verschafft zwar kurzzeitige Linderung, löst aber einen Teufelskreis aus: Symptome verschlimmern sich und auch gesunde Hautstellen können sich entzünden. 

Therapie und Heilungschancen

Durch wirksame und individuell abgestimmte Therapiemöglichkeiten lässt sich die Krankheit mittlerweile gut in den Griff bekommen.  Dennoch müssen Menschen, die an Neurodermitis leiden, lernen mit ihrer Krankheit zu leben.  Auch wenn die Symptome oft mit dem Eintritt in das Erwachsenenalter von alleine verschwinden, gilt das atopische Ekzem bisher als nicht heilbar. Da die genetischen Einflüsse eine erhebliche Rolle spielen, ist eine Vorbeugung nur bedingt möglich. 


Fakten zur Neurodermitis

Bezeichnung:

Die Bezeichnung „Neurodermitis“ ist auf die irrige Annahme aus dem 19. Jahrhundert zurückzuführen, die Ursache der Hautkrankheit sei eine Entzündung der Nerven. Trotz Aufklärung hat sich der Begriff bis heute gehalten. Synonyme: atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, Prurigo Besnier. 

Zahlen:

Neurodermitis ist vorrangig in Industriestaaten verbreitet und gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Nur rund 3 % der Erwachsenen sind davon betroffen, dafür jedoch zwischen 5 und 20% der Kinder. Bei über 15% von ihnen tritt das Ekzem in den ersten vier Lebensjahren auf. Positiv: 70% der Betroffenen leiden als Erwachsene nicht mehr unter Neurodermitis. 

Juckreizstopp:

Gegen das Jucken helfen sprichwörtlich nur ein paar Kniffe. Bewegung und Ablenkung tun Wunder, um den Juckreiz auszublenden. Wenn es richtig schlimm juckt, hilft es,  die Haut um die juckende Stelle herum sanft zu tupfen, zu streicheln oder vorsichtig zu kneifen.