Eine zu hohe Strahlenbelastung kann Zellschäden und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen. Experte Prof. Dr. Eckhard Breitbart gibt Antworten auf die wichtige Frage, warum und wie man sich schützen sollte.

Welche Wirkung entfaltet die gefährliche UV-Strahlung?

Dort, wo sie hin trifft, verursacht sie in der DNA auf molekularer Ebene sofort hunderttausende Schäden. Evolutionsbedingt hat der Körper jedoch ein perfektes Reparatursystem entwickelt. Es erkennt die Mutation sofort, schneidet sie aus der DNA raus und ersetzt sie durch die richtige Aminosäure. Das funktioniert aber nicht, wenn die Strahlendosis auf die Dauer zu hoch ist.

Was passiert dann?

Einige Stammzellen bleiben geschädigt liegen. Irgendwann ist die Summe so hoch, dass Hautkrebs dann entstehen muss. Unsere Haut vergisst nicht einen einzigen Schaden. Dieser Prozess nimmt seinen Anfang oft in der Kindheit. Er dauert oft unbemerkt 20 bis 40 Jahre lang an. Scheinbar plötzlich wird dann im Alter der Krebs diagnostiziert.

Wie kann man vorbeugen?

Idealerweise geht man vorsichtig mit UV-Strahlung um. Das Bundesamt für Strahlenschutz aktualisiert täglich den UV-Index. Dort kann man für viele Orte weltweit die Strahlenbelastung am jeweiligen Urlaubsort einsehen. Bei der Kleidung empfehle ich dicht gewebte T-Shirts, einen breitkrempigen Hut, halblange Hosen, Schuhe, die den Fußrücken bedecken. Die Augen gilt es mit einer Brille zu schützen, die die UVA- und UVB-Strahlung abhält. Am besten kleidet man sich generell wie die Menschen, die vor Ort leben. Die freien Stellen des Körpers kann man mit Sonnencreme bestreichen. Richtig und ausreichend aufgetragen, stellt sie auch einen UV-Schutz dar.

Welche Rolle spielt ein Hautscreening?

Eine sehr wichtige. Jeder sollte seine Haut selbst kennenlernen und einen eigenen guten Überblick über seine Hautveränderungen haben. Wichtig ist, dem eigenen Gefühl zu folgen und bei selbst wahrgenommenen Veränderungen sofort einen Arzt aufzusuchen. Dieser berät und informiert Sie auch über das gesetzlichen Hautkrebs-Screening, welches Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren jedes zweite Jahr zusteht.