Antwort: Das ist ein normaler Prozess der Hautalterung. Sie verändert nicht nur das Erscheinungsbild der Haut, sondern auch ihre Eigenschaften. 

Bereits ab dem 20. Lebensjahr verändert der Körper langsam aber stetig nicht nur sein Erscheinungsbild, auch die physische Funktionalität lässt in den kommenden Jahrzehnten zunehmend nach. Am sichtbarsten ist davon das größte menschliche Organ betroffen: die Haut. Ihr Alterungsprozess ist ein hochkomplexer Vorgang, den Mediziner und Forscher aus Pharmazie und Kosmetikindustrie zu ergründen suchen.

Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass die Hautalterung ein unvermeidlicher Prozess ist, der auf äußerliche (extrinsische) und innerliche (intrinsische) Faktoren zurückzuführen ist. Zu Ersteren zählen Umwelteinflüsse wie etwa UV-Strahlung oder die Auswirkung der Ernährung und der Konsum von Genussmitteln (z. B. Nikotin). Zu den inneren Faktoren gehören die individuelle genetische Disposition und beispielsweise der Hormonspiegel – sie lassen sich kaum bis gar nicht beeinflussen. Dennoch weisen neue medizinische Erkenntnisse den Weg für eine künftig, vielleicht nachhaltige Verlangsamung der Hautalterung. 

Ein vielschichtiges Organ

Altert die Haut, verändert sich nicht nur die sichtbare Oberhaut (Epidermis), sondern auch die darunter liegende Lederhaut (Dermis). Die Hautdicke nimmt ab, das Gewebe verliert an Elastizität und die Zellregeneration lässt nach. Damit verändert sich nicht nur das Aussehen der Haut, sondern auch ihre physikalischen und mechanischen Eigenschaften.

Eine Schlüsselfunktion kommt den zwei übereinander liegenden Schichten der Dermis zu: der papillären und retikulären Dermis. Während in der papillären Dermis mehr Zellen, feinere Bindegewebsfasern und eine höhere Blutversorgung vorhanden sind, enthält die retikuläre Dermis kräftigere Bündel von Bindegewebsfasern und elastischen Fasern. „Diese rein strukturellen Unterschiede sind seit langem bekannt“, erläutert Dr. med. Corinna Maier-Simon, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben jedoch nun bedeutende Unterschiede in der Funktion der beiden Dermis-Schichten, insbesondere im Rahmen der Hautalterung, zeigen können. “ 

Motor der Hautalterung: die Fibroblasten

In beiden Dermis-Schichten sind sogenannte Fibroblasten vorhanden, die wesentlich für die Hautalterung verantwortlich sind. Das sind Bindegewebszellen, die bei der Bildung der extrazellulären Matrix – dem Gewebe zwischen den Zellen – eine Rolle spielen. Diese Matrix ist für ein frisches Aussehen der Haut wichtig, denn sie besteht vorrangig aus kollagenen und elastischen Fasern sowie Proteinen und Enzymen, die der Haut Elastizität verleihen. „Im Zuge der Hautalterung sind es nun hauptsächlich die papillären Fibroplasten, die in ihrer Anzahl abnehmen und ihr Regenerationspotential einbüßen“, so Maier-Simon.

Das Ergebnis: eine weniger straffe Haut, die sich nur langsam regeneriert und Frische und Jugendlichkeit verliert. Doch die Experten blicken positiv in die Zukunft. „Eine gezielte Stimulierung der papillären Fibroplasten kann es ermöglichen, auf eine Schlüsselzelle im Rahmen der Hautalterung einzuwirken“, freut sich Maier-Simon. Möglicherweise der Schritt, um auch mit zunehmendem Alter künftig länger jung auszusehen. 


Länger jünger aussehen

Gesund essen

Eine vollwertige, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung gibt Ihrer Haut, was sie jung und gesund hält: Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Fisch (Omega-3-Fettsäuren). 

Genug trinken

Zwei Liter Flüssigkeit täglich entgiften und halten Ihre Haut straff. Ideal sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees. Für Kaffee und schwarzen Tee gilt die „Genussdiät“: Eine bis zwei Tassen täglich reichen. 

Vernünftig verzichten

UV-Strahlen und Nikotin schaden Ihrer Haut nachweislich. Auf Zigaretten sollten Sie ganz verzichten. Beim Sonnenbaden gilt: Nicht zu lange, nicht zu oft, und nicht ohne Sonnenschutz!

Sich richtig pflegen

Stimmen Sie Ihre Kosmetikprodukte auf Ihren Hauttyp ab. In die richtige Pflege zu investieren, ist auf lange Sicht lohnend: für eine jung gebliebene Haut und Ihr persönliches Wohlbefinden. 

Hautstress vermeiden

Pflege und Kosmetik dürfen die Haut nicht reizen. Langes heißes Duschen und häufige Vollbäder bedeuten Stress für Ihre Haut. Daher: Produkte mit einem niedrigen pH-Wert von 5, 5 wählen und auch sparsam mit heißem Wasser umgehen. 

Innerlich ruhen

Regelmäßiger Schlaf, ausreichende Bewegung und wenig Stress sorgen für ein gleichmäßiges, frisches Hautbild.