Die chronische Hepatitis C zählt zu den häufigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberzellkrebs in Deutschland. Weltweit sind etwa 71 Millionen Menschen mit dem HCV infiziert. Für Deutschland geht das Robert Koch-Institut (RKI) von etwa 250.000 Menschen aus, die mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sind. Laut Experten kann die Dunkelziffer auch höher sein.

Mit der Erkrankung sind viele Vorurteile verbunden – so wird die Erkrankung irrtümlicherweise mit Alkoholmissbrauch in Verbindung gebracht, obwohl sie durch ein Virus ausgelöst wird. Auch ungeschützter Geschlechtsverkehr wird oft fälschlich als eine häufige Ursache verstanden.

Die Hepatitis C kann ganz einfach durch einen Bluttest erkannt und dann behandelt werden. Deshalb sollten sich Personen, die ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis C haben, auf diese Erkrankung testen lassen. Damit besteht eine sehr große Chance auf Heilung.

Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct-Acting Antiviral Agents). Die Heilungsraten dieser nahezu nebenwirkungsfreien Therapien, die zwischen acht und zwölf Wochen dauern, sind sehr hoch, sie liegen in der Regel bei zwischen 90 und 100 Prozent. Mit diesen Medikamenten kann nicht nur die Hepatitis C geheilt werden. Es zeigen sich auch weitere günstige Effekte für die Gesundheit des Patienten.

Auch das Risiko für eine Übertragung des Virus auf andere Personen kann mit einer erfolgreichen Therapie ausgelöscht werden. Durch die neuen Therapien ist es möglich, die Hepatitis C in Deutschland auszurotten. Dieses Ziel, die Elimination, haben sich die Weltgesundheitsorganisation WHO und die deutsche Bundesregierung gesetzt.

Fakten über Hepatitis

Laut den aktuellen Leitlinien zur Hepatitis C sollte vor allem bei folgenden Personen ein Hepatitis C-Test durchgeführt werden:

  • Personen mit erhöhten Leberwerten und/oder klinischen Zeichen einer chronischen Lebererkrankung
  • Empfänger von Blut und Blutprodukten und/oder Transplantaten (vor 1992)
  • Hämodialyse-Patienten
  • aktive und ehemalige intravenös/nasal Drogengebrauchende
  • Insassen von Justizvollzugsanstalten
  • Personen mit Tätowierungen oder Piercings, die unter nichtsterilen Bedingungen entstanden sind