Aber auch moderne Musiker wie Pete Townshend von The Who oder Chris Martin von Coldplay klagen über Hörverlust oder Tinnitus. Dass sie trotz des Handicaps mit Klängen gutes Geld verdienen, sollte dem gehörgeschädigten Normalverbraucher Mut machen.

Hilfe durch neue Medien

Bekannt ist, dass Gehörlose in der Lage sind, die Schwingungen der Musik zu spüren. Vor allem über Schlaginstrumente oder intensive Bässe in Diskotheken können sie Musik mit Füßen oder Bauch wortwörtlich „begreifen“. Auch Software-Programme setzen am PC inzwischen clever Töne in Farben um.

Im Zeitalter der Medien sind die Fortschritte deshalb noch lange nicht erschöpft. So ist zwar Dauerbeschallung über MP3-Player ein Grund für die zunehmende Hörschädigung der jungen Generation. Gleichzeitig liegt aber in solchen Technologien eine Chance für Gehörlose oder Hörgeschädigte. Immer mehr Hersteller bieten besondere Features an, die zum Beispiel auch Hörgeräteträgern wieder echten Musikgenuss ermöglichen.

Dabei steht die Industrie vor einer besonderen Herausforderung: Hörgeschädigte Menschen haben unter anderem einen eingeschränkten Lautstärkebereich, in dem sie Töne wahrnehmen können. Sie haben einerseits Schwierigkeiten, leise Töne zu hören, zeigen oft aber auch eine Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen.

Smartphone als Hörgerät

Entsprechend erfüllt die Verarbeitung in Hörgeräten die Aufgabe, den breiten natürlichen Lautstärkebereich des akustischen Signals auf den engen, noch gut wahrnehmbaren Bereich des Hörgeschädigten zu reduzieren. Möglichst ohne akustische Informationen zu verlieren oder zu verfälschen.

Heute gibt es bereits Anbieter, die Apps entwickeln, die Schwerhörigen helfen, indem auch das Smartphone als Hörgerät dient. Denn das ist ein ziemlich fähiges Audiogerät. Schließlich enthält es Mikrofone, eine riesige Menge an Rechenleistung, um Klang zu modifizieren, sowie Kopfhörer, um ihn zu liefern.

Individuell zugeschnitten

Dank der Apps können Hörprobleme des Nutzers dann zum Beispiel mit einem mehrminütigen Test und verschiedenen Frequenzen früher erkannt werden. Eine andere App soll danach ein auf den Nutzer zugeschnittenes Hörerlebnis bieten – zum Einsatz kommt dafür eine Art Equalizer, der den Klang von Musik in Klarheit und Kontrast verbessert.

Menschen mit altersbedingten Hörproblemen, die dann zum Beispiel Beethovens Neunte hören, sollen plötzlich wieder leichter hohe Töne wahrnehmen können. Ganz im Gegensatz zu Beethoven, der damit Probleme hatte. Wenn das der Meister gewusst hätte.