Viele, die ab und zu Blähungen haben, lassen vorsorglich alles Mögliche weg, die Ernährung wird einseitig, damit ungesund. Während echte Lebensmittelallergien selten sind, kommen Unverträglichkeiten auf Laktose und Fruktose bei circa 20-25 Prozent der Bevölkerung vor. Das Ausmaß der Beschwerden kann variieren von leichten Blähungen bis hin zu Bauchschmerzen und Durchfall. Das ist zweifellos störend und belastend, die Unverträglichkeiten sind aber keine „schlimmen“ Erkrankungen. Dumm ist, dass auch ernsthafte Erkrankungen ähnliche Symptome hervorrufen können. Wenn dann noch die Umstände wie zum Beispiel das Alter so gar nicht ins Bild passen, wird die Ursache vielleicht erst spät entdeckt. Gerne wird das Reizdarmsyndrom bemüht, wenn gerade jüngere Menschen an Bauchbeschwerden leiden und Zusammenhänge mit dem allzeit präsenten „Stress“ sehen. Aber auch das Reizdarmsyndrom ist eine Erkrankung und nicht nur im Kopf. Es bedarf umfassender Untersuchungen, die andere Ursachen ausschließen. Wie kann man selbst einschätzen, ob etwas harmlos ist oder der Abklärung bedarf? Grundsätzlich gilt, wenn Beschwerden länger als drei Monate bestehen, die Lebensqualität eingeschränkt ist, man nicht nur Blähungen, sondern auch Bauchschmerzen oder einen veränderten Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung) hat, sollte man ärztlichen Rat einholen. Kommen sogenannte Alarmzeichen wie zum Beispiel Gewichtsabnahme, Blut im Stuhl, Blutarmut oder Leistungsschwäche hinzu, sollte umgehend eine Vorstellung beim Magen-Darm-Arzt erfolgen.