Um nur zwei Beispiele zu benennen – laut UNAIDS lebten im Jahr 2011 in Südafrika 5,6 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, in Mosambik 1,6 Millionen. 

Dies sind elf beziehungsweise sieben Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: In Deutschland lebten Ende 2012 schätzungsweise 78.000 Menschen mit dem Virus – in Relation zur Gesamtbevölkerung von 82 Millionen ist dieser Anteil sehr gering: kleiner als 0,1 Prozent. 

Die Betroffenen haben es schwer, sich in unserem Gesundheitssystem zurechtzufinden.

Der Blick in die Statistiken der Deutschen AIDS-Stiftung zeigt, dass eine große Zahl der Menschen, die in Deutschland leben und die einen Antrag an die Deutsche AIDS-Stiftung stellen, ursprünglich aus Subsahara-Afrika stammen. Nach den in Deutschland Geborenen mit 57 Prozent, sind Menschen aus Subsahara-Afrika die größte Gruppe der Antragstellenden an die Deutsche AIDS-Stiftung: Im Jahr 2012 lag ihr Anteil bei 27 Prozent. Acht Prozent der Anträge wurden von Menschen aus Osteuropa und Zentralasien gestellt.

Für viele von ihnen ist HIV/AIDS mit einem so hohen Tabu belegt, dass sie große Angst haben, jemand könne von ihrer Infektion erfahren. Sie haben sogar große Hemmungen, sich dem Gesundheitssystem anzuvertrauen und nach Hilfe zu suchen. Einige lokale AIDS-Hilfsberatungsstellen in Deutschland nehmen sich dieser Menschen mit speziell auf sie zugeschnittenen Beratungsangeboten an. Sieben solcher Projekte werden von der Deutschen AIDS-Stiftung finanziell gefördert.

Hilfe durch Beratung und Aufklärung 

Neben der Angst vor dem Outing und dem Misstrauen in das Gesundheitssystem wird durch Sprachbarrieren die Situation vieler HIV-positiver Migranten zusätzlich erschwert – ohne Sprachkenntnisse kein Verständnis, ohne Sprachkenntnisse keine Aufklärung, ohne Sprachkenntnisse kein Vertrauen. Die Betroffenen haben es so besonders schwer, sich in unserem Gesundheitssystem zurechtzufinden, Diagnosen zu verstehen, weitere Behandlungsschritte mit dem Arzt zu besprechen oder Arzttermine zuverlässig zu verabreden.

Hier setzen Projekte wie die durch die Deutsche AIDS-Stiftung in mehreren Städten geförderten Dolmetscherfonds oder das Projekt „Muttersprachler klären auf“ von der AIDS-Beratung Mittelfranken in Nürnberg an. In diesem Projekt werden „Schlüsselpersonen“ aus unterschiedlichen Migranten-Communitys zu Referenten ausgebildet, um anschließend im Auffanglager für Flüchtlinge in Zirndorf über HIV und AIDS, aber auch über die medizinische Betreuung Infizierter in Deutschland aufzuklären. 

Neben der Förderung von Projekten hilft die Deutsche AIDS-Stiftung bedürftigen HIV-infizierten Migrantinnen und Migranten auch in individuellen Notlagen.