„Ich muss immer etwas zu tun haben“, fasst Helmut S. sein Erfolgsrezept zusammen.

Mit Gartenarbeit hält sich der 64-Jährige trotz seiner Lebererkrankung auch weiterhin aktiv und fit. Daran wäre vor einem Jahr nicht zu denken gewesen.

Außer Umweltgiften kann beispielsweise auch eine Hepatitis die Leber so schädigen, dass sich viele Jahre später eine Leberzirrhose und damit auch eine LHS entwickeln kann.

Obwohl schlechte Leberwerte bei Helmut S. schon länger bekannt waren, kam die Leber-Hirn-Störung (LHS) wie ein Schock.

Im Hausflur zusammengebrochen, wurde er sofort auf die Intensivstation gebracht und lag zunächst im Koma. Helmut S. hatte vermutlich vorher schon leichtere LHS-Schübe, die von seiner Frau und ihm jedoch nicht erkannt worden waren. Von einer Leber-Hirn-Störung hatten sie nämlich vorher noch nie gehört.

Hirnschädigung durch Leberzirrhose

Die Situation klärte sich dann: Bei ihrem Mann war bedingt durch eine Leberzirrhose auch das Gehirn geschädigt worden, sodass er bewusstlos wurde und die Situation zunächst sehr dramatisch aussah. „Auch die nächsten Monate waren eine schlimme Zeit“, berichtet Ingrid S., „eine Woche zu Hause, dann wieder im Krankenhaus, so war das ein Vierteljahr lang.“

Eines Abends ging ihr Mann dann ohne Krankheitsanzeichen ins Bett, am nächsten Morgen wachte er nicht auf, ließ sich nicht wecken und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. „Irgendwann haben mir die Sanitäter unterstellt, dass ich mit der Pflege meines Mannes überfordert sei. Dabei brauchte er gar keine Pflege, er hatte nur immer wieder diese Schübe!“

Verwaschene Sprache? Wortfindungsstörungen? – Sofort zum Arzt!

Immer wiederkehrende Schübe sind typisch für die LHS, ebenso wie tiefe Müdigkeit, mangelnde Konzentration und langsame Reaktionszeit. Oft sind es die Angehörigen, die die ersten kleinen Anzeichen richtig deuten können, wie zum Beispiel eine verwaschene Sprache, Verwirrtheit oder Vergesslichkeit.

Der Betroffene oder die Angehörigen sollten den Arzt unbedingt auf solche Verhaltensänderungen hinweisen. Manchmal wird die Zirrhose auch erst durch die Hirnstörung erkannt – das macht es umso wichtiger, Auffälligkeiten mit dem Arzt zu besprechen.

Der Arzt kann dann einfache Tests, wie zum Beispiel den Zahlenverbindungstest, machen, um eine mögliche Hirnstörung zu erkennen. Je früher die LHS festgestellt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Seitdem Helmut S. dauerhaft vorbeugende Medikamente bekommt, geht es ihm wesentlich besser. Während er vorher zehn bis zwölf Schübe in einem halben Jahr hatte, hatte er in den letzten sechs Monaten nur noch einen.

Nicht nur Alkoholiker bekommen eine Leberzirrhose

„Leberzirrhose – da denkt jeder an Alkoholismus“, beklagt seine Ehefrau den Umgang mit der Krankheit, sogar mancher Mediziner. „Die Ärzte wollten meinen Mann gleich zu einer Entziehungskur schicken.“ Doch Alkohol ist nur etwa in circa 30 bis 40 Prozent aller Fälle die Ursache für eine Leberzirrhose.

Bei Helmut S. hat vermutlich etwas völlig anderes die Leber kaputt gemacht: Quecksilber. Das giftige Schwermetall hatte der ehemalige Medizintechniker über Jahre hinweg als Dämpfe eingeatmet. „Wir haben in der DDR Medizingeräte entsorgt. Wenn wir die kaputten, quecksilberhaltigen Geräte im Auto hatten, schwappte das Gift in den Kofferraum, in jede Ritze. Und niemand hat sich darüber Gedanken gemacht.“

Außer Umweltgiften kann beispielsweise auch eine Hepatitis die Leber so schädigen, dass sich viele Jahre später eine Leberzirrhose und damit auch eine LHS entwickeln kann.

Helmut S. ist froh, dass er mit den Medikamenten fast keine weiteren Schübe der LHS hatte. Daneben ist Arbeit für ihn das beste Mittel, um aktiv zu bleiben: „Wenn ich mich wohlfühle, kann ich vieles machen. Und wenn ich Lust habe, dann schneide ich eben im Garten die Hecke. Ich muss ja nicht alles an einem Tag schneiden!“


* Name von der Redaktion geändert (Alle Bilder werden zu Veranschaulichungszwecken verwendet und bei allen abgebildeten Personen handelt es sich um Models.)

 

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