Die Betroffenen – fast zweimal mehr Frauen als Männer – leiden unter Darmbeschwerden, für die auch der Arzt keine eindeutige körperliche Ursache findet.

Zu den Symptomen zählen wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung sowie Blähungen. Wenn andere mögliche Ursachen wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Magen-Darm-Infekte, Magengeschwüre, Tumore sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen wurden, wird „Reizdarmsyndrom“ diagnostiziert; eine ursächliche Therapie des Reizdarms gibt es daher derzeit nicht.

So wird, je nach individueller Problemlage, über eine Ernährungsumstellung gesprochen oder eine Behandlung einzelner Beschwerden (zum Beispiel mit Schmerzmitteln und krampflösenden Arzneien) angedacht. Oft helfen auch psychisch unterstützende Maßnahmen. Generell geht es dabei immer eher um die Linderung der Beschwerden. Vielleicht ist unser Darm einfach zu komplex, um ihn zu „verstehen“.

Der Darm ist die Schule unseres Immunsystems

Rund 100 Billionen Bakterien – über 1.000 verschiedene Arten – wohnen hier und spalten nicht nur unsere Nahrung auf, sie bringen auch unseren Abwehrzellen bei, gute von bösen Eindringlingen zu unterscheiden, und stärken so unser Immunsystem. Starke Medikamente können hier deshalb oft kontraproduktiv wirken; besser sind oft milde und pflanzliche Arzneimittel, die die natürlichen Prozesse unterstützen.

Blähungen und Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall können also Auswirkungen vieler verschiedener Phänomene sein – von schlechter Ernährung bis zu Stress im Alltag. Empfehlenswert ist darum eine ebenso umfassende Herangehensweise, wenn es um die Vermeidung eines Reizdarms geht: Ausreichend Tee oder Wasser trinken, regelmäßig bewegen, mehr präbiotische Lebensmittel und weniger Fertigprodukte essen, generell viele Ballaststoffe aufnehmen und tendenziell „locker bleiben“ sind gute Ideen, auf die wir meist von ganz alleine kommen, wenn wir auf unser Bauchgefühl hören.