Fragt man die Deutschen, vor welchen Krankheiten sie sich am meisten fürchten, nennen sie an allererster Stelle Krebs. Doch obwohl Frauen eher Angst vor Brustkrebs haben, sterben die meisten von ihnen an Herzerkrankungen.

                                                            
                                                           Dr. med. Norbert Smetak
                            Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen


Dabei hat sich viel getan, sowohl in der Prävention als auch in der kardiologischen Versorgung der Bevölkerung: Die Zahl der Herzinfarkte ist seit Jahren rückläufig, immer mehr Menschen mit Herzinsuffizienz können aufgrund verbesserter Behandlungsmethoden und spezialisierter Versorgung mit der schweren Krankheit leben. Was ist das Damoklesschwert für unser Herz und unsere Gefäße? Wo liegen die größten Gesundheitsrisiken? Ist es unser Lebenswandel, der trotz aller Ermahnungen zu viel Essen und zu wenig Bewegung mit sich bringt? Sind Frauen und Männer überhaupt gleichermaßen von Herzensangelegenheiten betroffen oder gibt es bedeutende Unterschiede? Ist es eine Frage der Bildung und des Einkommens, ob unser Herz intakt und im Takt bleibt? Oder werden wir schlicht immer älter und damit steigt zwangsläufig das Risiko, im Alter am Herzen zu erkranken?  



Unser Lebenswandel ist für unsere Herzgesundheit entscheidend! 

Diesen Fragestellungen gehen die in dieser Ausgabe zu Wort kommenden Experten auf den Grund. Aber ich darf Ihnen schon an dieser Stelle verraten: Unser Lebenswandel ist für unsere Herzgesundheit entscheidend! Nur wenige Herzerkrankungen sind genetisch bedingt. Der ganz überwiegende Anteil ist Folge einer dauerhaften Belastung – oder eben Überlastung – unserer Gefäße. Es ist nicht neu, aber leider immer noch brandaktuell: Ungesunde Ernährung mit vielen Transfetten und Zucker, Alkohol, Rauchen, Stress, wenig Bewegung – die negativen Faktoren lassen sich sprichwörtlich an einer Hand abzählen. Und führen im Laufe der Zeit zur Schädigung der Gefäße, verbunden mit hohen Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch wenn es wie ein alter Hut daherkommt: Cholesterin spielt eine ganz wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Dauerhaft erhöhtes Cholesterin im Blut wird zum Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose. Die gute Nachricht: Indem wir konsequent unsere Ernährung umstellen und Sport treiben, können wir viel zur Senkung erhöhter Fettwerte beitragen. Eine gute Inspiration dafür bietet sicherlich der „Tag des Cholesterins“ am 14. Juni mit zahlreichen Informationsveranstaltungen bundesweit.

Frauen sind entgegen verbreiteter Annahme genauso von Herzbeschwerden betroffen wie Männer. Auch wenn sich die Erkrankungen deutlich unterscheiden: Frauen erleiden absolut gesehen immer noch deutlich weniger Herzinfarkte als Männer, erkranken im Alter jedoch häufiger an Herzschwäche. In jungen Jahren schützt Östrogen das weibliche Herz. Nach den Wechseljahren steigt das Risiko für eine Durchblutungsstörung des Herzens stark an. Ausdauersport während und nach den Wechseljahren ist da ein ganz wichtiger Aspekt! Wie bei Männern bringt Sport positive Anpassungsvorgänge für Herz, Gelenke und Muskulatur. Dabei schlagen Frauen- und Männerherzen ganz unterschiedlich und erfordern von der kardiologischen Medizin eine differenzierte Betrachtungs- und Herangehensweise. Beispiel Herzinfarkt: Anders als bei Männern treten bei Frauen typischerweise Übelkeit, Bauchschmerzen, Luftnot und Grippegefühl auf. Diese Symptome sind nicht leicht mit einem Infarkt in Verbindung zu bringen und es erklärt, warum immer noch der (Not-)Arzt nicht gleich gerufen wird. Zu oft noch wird der Herzinfarkt zu spät erkannt, mit allen daraus entstehenden Folgen.

Lassen wir es gar nicht erst so weit kommen. Lesen Sie auf den folgenden Seiten den neuesten Stand zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erfahren Sie, welche Innovationen in der Kardiologie heute verfügbar sind und mit welchen Methoden Sie ganz einfach auf Ihr Herz hören können.